Neue Stücke · Aufführungen (2/2020)
Aufführungen
In Basel widmet sich Stefan Bachmann dem Amoklauf eines Staatsanwalts zwischen Befreiungsheld und Despotie: «Graf Öderland». Bei Michael Thalheimer im Berliner Ensemble laufen dagegen die «Gastarbeiter»-Feindbilder des Wirtschaftswunders Amok: Rainer Werner Fassbinders «Katzelmacher».
Nebenan im Maxim Gorki will Christian Weise mit Shakespeares «Hamlet» das schief vereinigte Deutschland untersuchen, und in der Berliner Volksbühne vertanzt Constanza Macras gleich die ganze westliche Zivilisation als Traumfabrik künstlicher Authentizität: «The West». Derweil geht bei Johan Simons im Schauspiel Bochum die Liebe durch den Magen, und die Frage nach dem perfekten Sonntagsragout versetzt eine glückliche Ehe in Eduardo de Filippos «Samstag, Sonntag, Montag» in Turbulenzen. Kafkas unergründliches Bürokratiegespinst «Das Schloss» wird am Hamburger Schauspielhaus von Viktor Bodo umkreist, während am dortigen Thalia Theater Yael Ronen Yuval Noah Hariris internationalen Bestseller «Eine kurze Geschichte der Menschheit» zur (R)Evolution dramatisiert. Am Münchner Residenztheater will Karin Henkel Medeas jahrtausendealter beispielloser Blutspur erhellende neue rote Flecken ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Daten, Seite 65
von
Zweieinhalb Zimmer, Küche, Bad. Das macht 46 Quadratmeter. In der Platte. Im Großen Dreesch am Stadtrand von Schwerin. Ab 1971 als DDR-Vorzeigewohngebiet geplant und gebaut, im Grünen und am See, ist das Viertel längst zum Brennpunkt geworden. 62.000 Menschen belebten Ende der 80er Jahre noch den Dreesch, das am schönsten gelegene Neubaugebiet Ostdeutschlands,...
In einer Rezension des deutschen Musikfilms «Ich war noch niemals in New York» las ich: «Man sollte sich bei Musicals nicht an der Triftigkeit von Handlungen aufhalten.» Ob es einen Kritiker in New York gibt, der so eine These wagen würde? Ich war im Herbst eine Woche in New York, um mir Musicals anzuschauen. Vom Schauspiel und der Schauspielausbildung kommend,...
Am letzten Abend ihres vierwöchigen Versuchs, die Welt handelnd neu zu denken, öffneten Stefanie Wenner und Thorsten Eibeler von apparatus noch einmal die Pforten des Heizhauses in den Berliner Uferstudios. Kein reiner Zufall, dass sich das Projekt «Ferment:Mutterkorn» gerade hier ereignete, wo früher fossile Energie erzeugt wurde. Jetzt ging es um nachhaltigere...
