Moderne Zeiten
Wenn man den westlichen Liberalismus auf seine ideologische Spitze treiben will, ist man bei Ayn Rand an der richtigen Adresse. Ihr radikallibertäres Programm kennt nur ein Extrem: das Hohelied des Individualismus, verkörpert in charismatischen Unternehmerpersönlichkeiten, die nur an ihren eigenen Vorteil denken, Geld machen wollen und besessen ihren innovativen Ideen folgen. Des Teufels sind in ihrer Vorstellung alle staatlichen Eingriffe wie soziale Umverteilung, Einhegungen des Raubritter-Kapitalismus oder Washingtoner Lobbyismus.
Auch jede Form von Fürsorge, öffentlichem Bildungsauftrag und sonstiger Sozialduselei sind strikt abzulehnen. Urlaub ist auch schädlich. Kurz: Trump pur (ohne Golfspielen).
Entsprechend hat sie über die Jahrzehnte eine eindrucksvolle Fangemeinde versammelt. Ronald Reagan gehörte ebenso dazu wie Margaret Thatcher oder der frühere amerikanische Notenbank-Chef Alan Greenspan, dessen Niedrigzinspolitik die Grundlage für die Finanzkrise gelegt hat, aber auch aktuellere Industriegrößen wie der Amazon-Gründer Jeff Bezos, Apple-Genie Steven Jobs oder der erst kürzlich zurückgetretene republikanische Mehrheitsführer im amerikanischen Kongress Paul Ryan.
...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Franz Wille
Es geht schon vom ersten Moment an in die Hose. Das Intro zu «Prometheus», das im Juni im Studio der Schaubühne Premiere hatte, sollte sie uns kurz noch mal referieren, Sie wissen schon, all diese Götter, die da durcheinandergeraten im antiken Mythos, und die Streberin im kleinen Schwarzen (Carol Schuler) hat es auch ganz gut drauf. Aber der Typ daneben, eigentlich...
Es ist nicht wichtig, der Stärkere zu sein, sondern der Lebendige», heißt es in Brechts wildem Frühwerk «Im Dickicht der Städte» (uraufgeführt im Mai 1923 am Münchner Residenztheater), nachdem bereits zehn Runden lang ein Kampf ohne Grund und Gnade zwischen zwei Männern ausgetragen wurde, die nichts verbindet als eine seltsame Sucht, «Fühlung zu bekommen» mit sich...
TH Wie zuletzt einige Theaterkollektive, die sich noch während ihres Gießener Studiums der Angewandten Theaterwissenschaft gegründet haben, feiert auch Rimini Protokoll dieses Jahr 20. Geburtstag. Von Gruppen wie Gob Squad oder She She Pop unterscheiden Sie sich auch dadurch, dass Sie in wechselnden Konstellationen miteinander arbeiten und «Rimini Protokoll» eher...
