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Milo Rau: Die Menschheit ist eine Schicksals­gemeinschaft

Warum ein idealer Staat notwendig, aber global kaum zu schaffen ist. Wir stehen am Steuer eines brennenden Schiffes

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Vor ein paar Tagen saß ich mit der Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe zusammen, um über die «General Assembly» zu sprechen, die wir im November in Berlin veranstalten: den Entwurf eines Weltparlaments, das drei Tage dauern wird, mit 60 Abgeordneten aus der ganzen Welt, einem Ältesten- und einem Expertenrat, zu dem auch Chantal gehören wird. Dieser Rat wird am Ende der drei Tage eine «Charta fürs 21. Jahrhundert» verfassen.

Eine Methodologie für ein Parlament, das – wie einst in der französischen Revolution die «Assemblée Générale Constituante« – nicht die partikularen Interessen einer durch historische Zufälle zu Privilegien gekommenen Gruppe, sondern der ganzen Gesellschaft vertritt: des globalen «Dritten Standes». Die «General Assembly» wird also kein lokales wie das deutsche oder auf einen einheitlichen Wirtschaftsraum zugeschnittenes Parlament wie das EU-Parlament sein, sondern ein Weltparlament.

Der strukturelle Widerspruch zur Zeit der Französischen Revolution bestand zwischen der gesellschaftlichen und politischen Realität einer Ständegesellschaft und einem national, in Ansätzen bereits international orientierten Merkantilismus – der natürlich weder Stände noch Völker ...

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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Der ideale Staat, Seite 8
von Milo Rau

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Uraufführungen 2017/18

A
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