Mehr feste Bindungen
Möglicherweise waren es die plötzlich gewonnene Zeit des Reflektierens und die Leerlauf-Phasen der Lockdowns, die die strukturellen Probleme der Theaterbetriebe deutlicher denn je in aller Munde gebracht haben. Probleme, die lange vor sich hin gegärt haben und nun geradezu herausquellen aus den Theatern. Die Liste ist lang.
Hat die Pandemie-Erfahrung zu einem Hinterfragen der Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns geführt? Hat ein Mehr an Lebensqualität durch weniger Stress zu kritischeren Einstellungen geführt? Ist es nun endlich an der Zeit, all diese Probleme wirklich und endgültig anzugehen?
Einige Betriebe versuchen bereits, diverser, paritätischer und inklusiver zu werden, strukturellen Rassismus abzubauen; Diskriminierung, Sexismus und Machtmissbrauch zu verhindern und neue Organisationsmodelle und Chancengerechtigkeit zu etablieren. Wenn es auch nicht immer sofort reibungslos funktioniert, muss dieses Ansinnen unbedingt unterstützt, fortgesetzt und kontinuierlich ausgebaut werden. Es darf auch nicht nur bei ein paar Häusern bleiben. Deshalb ist es um so wichtiger – auch in Zukunft –, sämtliche vorherrschenden Missstände immer wieder zu benennen und zu bekämpfen. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformation, Seite 90
von Jakob Weiss
«Kunst kommt von können und nicht von wollen, sonst müsste es ja Wunst heißen.» (Karl Valentin)
Seit einiger Zeit gibt es den Ruf nach Veränderung am Stadt- und Staatstheater. Hat sich etwas verändert, und wenn ja, was? Ja, es ist Bewegung im Spiel: Neue Ideen brechen auf, um verwirklicht zu werden. Nur, ist das NEU? Ja, es ist Bewegung im Spiel: Neue...
Als wäre ein Druckventil geplatzt, sprach man im Frühling der Öffnung 2022 so viel über das Publikum wie seit Jahren nicht mehr. Der Beginn der Pandemie, die erste Schließungswelle, die zweite, noch längere: Das Theater war, durchaus begreiflich, zwei Jahre lang mit sich selbst beschäftigt. In dieser Zeit gerieten die Mindestgagen für junge Künstler:innen in den...
Ich bemerke, dass sich eine Menge bewegt und verändert in den Theatertankern des deutschen Stadttheaters. Institutionell und künstlerisch.
Themen, die lange keine Rolle spielten, ebenso wie neue, alternative Beschreibungen von Geschichte und Gesellschaftsverhältnissen bestimmen die Spielpläne der Stadttheater genauso wie die Werbeplakate der Industrie. Menschen,...
