Mehr als ein Label

Isabelle Redfern plädiert dafür, Diversität wirklich ernst zu nehmen – um Rechtsextremen nicht in die Hände zu spielen

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Theater verteidigen mit einem partizipativen Ansatz nicht nur meine oder unsere Rechte (also die Rechte von BPoCs bzw. allen Menschen, die gruppenspezifischen Diskriminierungen ausgesetzt sind), sie verteidigen die Demokratie im Allgemeinen.

Zwischen 20 und 30 Prozent der Deutschen wählen rechtsextrem.

Deshalb gehen seit dem Bekanntwerden der «Remigrationspläne» viele Menschen auf die Straße, um die Demokratie zu vertei -digen. Sie verteidigen damit auch die «Freiheit der Kunst» (laut Art.

5, Absatz 3 des Grund -gesetztes) und somit die Theater, in denen wir Kunst schaffen, kontroverse Thesen auf die Bühne bringen, sehr unterschiedliche Ästhetiken wagen, wo über Religion, Sexualität, Lebens- und Denkweisen gesprochen und gestritten werden darf. Wo Anderssein ein Recht haben sollte. Damit meine ich sowohl diese Ansichten und Ästhetiken als auch kulturelle Prägungen oder Körper: Körper mit Behinderung, weiblich gelesene Körper, queere Körper, Transkörper, nichtweiß gele -sene Körper, Schwarze Körper … ihr wisst schon.

Auf jede politische Bewegung Richtung Freiheit und Teilhabe von sogenannten Randgruppen folgt ein Backlash, das zeigt die Geschichte. Hat das Theater also den ...

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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Ärgernisse, Seite 95
von Isabelle Redfern

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Theater heute

Die Theaterzeitschrift im 65. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter

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Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

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Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 24, 10785 Berlin, Telefon 030/25 44 95 10, Fax 030/25...

Von einer Wut- zu einer Trauerrede

Dieses Jahr im Mai war ich auf dem Divadelní Flora Festival in Olomouc, zu dem Arbeiten von Theatermacher:innen aus Deutschland, Tschechien und anderen osteuropäischen Ländern eingeladen waren. Es gab einen regen Austausch, auch auf Panels, bei denen über das Theatermachen in Ost- und Westeuropa reflektiert wurde – und dies in dem Jahr, in dem sich der Beginn der...

Hier ist nur sicher, dass nichts sicher ist

Sie ist schon da, als sich die Türen des Zuschauerraums öffnen. Sie streift, während das Publikum jetzt langsam hereinkommt, an der Rückwand des leeren Bühnenhauses entlang, sie streift hin und her, kaum zu erkennen im Halbdunkel, scheinbar ruhelos – und doch hochkonzentriert. An den hohen Wänden verlaufene schwarz-graue Tusche, irgendwo auf der Bühne ein Haufen...