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Matthias Pees: Ein Theaterschiff wird kommen!
Utopische Praxis liegt dem Theater (und vielen anderen, insbesondere kollektiven künstlerischen Prozessen) sicher näher als die Ausformulierung philosophischer und staatstheoretischer Konzepte. Wir sind keine Künstleraristokratien oder Philosophenstaaten, sondern Staats-, Stadt- und Welt-Labore, in denen einerseits alle Gegensätze und Pole ungebremst aufeinander knallen können, in denen die divergierenden Interessen sicht- und spürbar werden und einander unvermittelt und unvereinbar gegenüber stehen dürfen.
Und in denen andererseits Katharsis, Transformationen oder Dei ex machina in unterschiedlichster und oftmals höchst unerwarteter Weise Wendungen, Auflösungen, Versöhnungen, Koexistenzen, Untergänge und Neuanfänge hervorbringen.
Im Konjunktiv denken, empfiehlt Alexander Kluge. Tatsächlich eröffnet nichts mehr als die Kunst einen so unendlichen, fantastischen und zugleich konkreten Möglichkeitsraum, in dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Zwischenzeiten, -welten und Kosmogonien, Lebende, Geister, Götter, Tote und Untote, ja sogar Kreaturen, Lemuren, Steine und Dinge, Wetterlagen und Himmelsrichtungen, Träume, Realitäten, Vorstellungen und Virtualitäten begegnen, ...
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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Der ideale Staat, Seite 42
von Matthias Pees
Kann es ein ideales Staatswesen geben, in dem alle Menschen frei und gleich sind? In «Utopia» entwarf Staatsmann und Humanist Thomas Morus 1516 eine ideale Gemeinschaft. Morus beschreibt in diesem prägenden Werk «De optimo statu rei publicae deque nova insula Utopia» («Von der besten Verfassung des Staates und von der neuen Insel Utopia») ein erfundenes Inselreich...
Ich hatte mich den ganzen Abend einem Stapel von damals noch unübersetzten britischen Stücken gewidmet und mich im Zuge dessen schon durch zwei oder drei nicht wirklich gute, aber auch nicht wirklich schlechte Werke durchgekämpft. Kurz nach Mitternacht beschloss ich das letzte Stück, «Konsens» von Nina Raine, trotz der fortgeschrittenen Stunde noch in Angriff zu...
Es geht um Macht. Der SPD-Kanzlerkandidat verspricht im Falle seines Sieges, die Normalverdiener entlasten und die Reichen zur Kasse bit-ten zu wollen. Kathrin Rögglas Stück «Normalverdiener» zeigt eine Welt, in der so ein Versprechen als anachronistisch entlarvt werden muss, weil die große sozialdemokratische Erzählung nicht mehr verfängt und der Kapitalismus in...
