Mama, warum?
Mit einem Knall und kollektivem Zusammenzucken im Publikum geht das Saallicht aus, Blackout. Der effektvolle Anfang macht das Erschrecken am eigenen Zuschauer:innenleib erfahrbar, das dieser Abend aufrufen will: Erschrecken über das Andere, Erschrecken über sich selbst. Folgt auf den Schock die Erkenntnis? Wenn der rote Plüsch des Guckkastenvorhangs sich hebt, elegant zur Seite hoch wie im Puppentheater, gibt er erst mal den Blick auf eine leere, düstere Bühne frei.
Sie bevölkert sich wie im Traum mit animierten Wänden, Zimmerecken, die von selbst hereinfahren, einem Kochherd, der kreiselnd seinen Platz sucht. Eine surrealistische Irritation – Bilder wie dieses gehören zu den Stärken der «visuellen Albtraumanalyse» von Anta Helena Recke, Maxi Menja Lehmann und Anna Froelicher, die sie als Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich entwickelt haben. Sie stellen sie unter ein Motto von Antonio Gramsci: «Die alte Welt liegt im Sterben, und die neue kann noch nicht geboren werden. Jetzt ist die Zeit der Monster.»
Die Monster und Monstrositäten, die Recke/Lehmann/ Froelicher untersuchen, liegen im Verhältnis von Kind und Mutter, spezifisch weißer Mutter und nichtweißem Kind im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Andreas Klaeui
Früher oder später werden wir zu dem, was wir tun», erklärt der italienische Theatermacher Nicola Borghesi dem hochkonzentrierten und tief bewegten Publikum. Gemeinsam mit Enrico Baraldi, seinem Kollegen von der Theatergruppe Kepler-452, hatte er im Sommer 2024 eine Seenotrettung im zentralen Mittelmeer begleitet, an Bord der deutschen Sea-Watch 5. Und auch wenn...
ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHES THEATER
4. Riedel nach Lindgren, Pippi Langstrumpf
R. Martin Borowski
24. Toth und Simmler nach Maym, Das Buschgespenst
R. Jan Holtappels
AUGSBURG, STAATSTHEATER
3. Zeller, Der Sohn
R. David Ortmann
DUISBURG, THEATER
15. nach Rilke, Und dann und wann ein weißer Elefant – Figurentheater mit Livemusik,
R. Sebastian Kautz,...
Die Shakespeare-Überschreibung «Sankt Falstaff», die Ewald Palmetshofer im Auftrag des Residenztheaters geschrieben hat und die dort im Januar 2025 uraufgeführt wurde, wird gut nachgefragt. Nach Folgeinszenierungen in Bonn, Oberhausen, Hamburg (Thalia) und Göttingen steht sie nun auch im Burgtheater auf dem Spielplan. Frei nach dem zweiteiligen Königsdrama...
