Beim heiligen Falstaff!
Die Shakespeare-Überschreibung «Sankt Falstaff», die Ewald Palmetshofer im Auftrag des Residenztheaters geschrieben hat und die dort im Januar 2025 uraufgeführt wurde, wird gut nachgefragt. Nach Folgeinszenierungen in Bonn, Oberhausen, Hamburg (Thalia) und Göttingen steht sie nun auch im Burgtheater auf dem Spielplan. Frei nach dem zweiteiligen Königsdrama «Heinrich IV.
» verhandelt Palmetshofer in «Sankt Fal -staff» den ewigen Themenkomplex Macht und Politik, Staat und privat – am Beispiel eines autoritären Machthabers, des «Quasi-Königs» Heinz, dessen Sohn Harri anfangs lieber im Club abhängt als sich um Politik zu kümmern, am Ende dann aber doch über Leichen geht. Die Nebenfigur des trinkfreudigen John Falstaff, die Shakespeares Stück um eine burleske Ebene bereichert, macht Palmetshofer zum Titelhelden, den er ironischerweise auch noch heiligspricht.
Wenn «Heinrich IV.» die Travestie eines Königsdramas ist, dann ist «Sankt Falstaff» die Travestie der Travestie. Der Charakter des Stücks ist satirisch, die Sprache klingt einerseits heutig («Du fucking Bullshit-Mega -fon»), besteht andererseits aber aus jambi -schen Versen, und der Endreimzwang führt immer wieder zu ...
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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Wolfgang Kralicek
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