Oliver Reese, Anselm Weber, Peter Carp

Männer mit Macht

Routine wäre ein böses Wort in künstlerischen Zusammen­hängen, aber Erfahrung kann ihnen niemand absprechen: Mit Peter Carp, Oliver Reese und Anselm Weber übernehmen in der nächsten Saison drei Intendanten große Häuser, die ihren Beruf nicht erst seit gestern ausüben. Die Theater in Freiburg, Frankfurt und am Berliner Schiffbauerdamm stehen für die Chancen wie die Probleme, die das Modell Stadttheater derzeit zu bieten hat. Wie haben sich die Arbeitswelten in den letzten Jahren verändert? Passen hier­archische Strukturen wie aus dem 19. Jahrhundert noch in die Zeit? Was bietet und was kostet das Ensemble- und Repertoiresystem? Wie sähen die Alternativen aus? Und vor allem: Wie viel Macht haben die Mächtigen? Ein Gespräch.

Theater heute - Logo

Erfahrene Intendanten gehen in die nächste Runde. Ein Gespräch mit Peter Carp, Oliver Reese und Anselm Weber über neue Herausforderungen und alte Probleme, und warum es sich lohnt, für das gute alte Ensemble und Repertoiretheater zu kämpfen

Theater heute Was sind die größten Herausforderungen, die Sie in den nächsten Jahren aufs Theater allgemein und auf Ihr Theater speziell zukommen sehen?

Peter Carp Leider hat Theater immer mit Geld zu tun und dem Erhalt der Subventionen.

Zumal eine nicht kommerzielle und nicht eventhafte Kultur – was Theater nach meinem Verständnis vertritt – zur Zeit nicht unbedingt Hochkonjunktur hat. Das wird eine Herausforderung, abgesehen von den künstlerischen Erneuerungsprozessen in Themen und Formen, denen das Theater zum Glück immer ausgesetzt ist. Des Weiteren muss es darum gehen, in einer sich stark verändernden Bevölkerung und Gesellschaft auch weiterhin relevant zu bleiben für alle. Konkret was Freiburg betrifft, bekanntlich ein Mehrspartenhaus, wollen wir die vielen unterschiedlichen Talente, Möglichkeiten und Begabungen auch in gemeinsamen, gemischten Projekten zum Klingen bringen.

Th Ist die unmittelbare finanzielle Bedrohung nicht gerade ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neustart Stadttheater, Seite 68
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille

Weitere Beiträge
Falk Richter: Ein Teil einer Insel

Das große Übel unserer Zeit sind sich radikalisierende religiöse Fanatiker aller Konfessionen. Da könnte ich jetzt einige Namen nennen, mach ich aber nicht, sonst werd ich ja gleich wieder verklagt, also versuche ich es mal anders: Der ideale Staat kennt eine strikte Trennung von Staat und Religion. Keine Religion wird einer anderen Religion über- oder...

Der ideale Staat

Die offenen Gesellschaften mit ihren liberalen Demokratien haben es derzeit nicht leicht. Überall sprießen neue Nationalismen, schließen sich Grenzen, blüht latente bis unverstellte Fremdenfeindlichkeit. Und die freie Marktwirtschaft bereitet ebenfalls schlaflose Nächte: Neoliberalismus und Globalisierung sorgen für gnadenlose Konkurrenzgesellschaften, soziale...

Messer im Fleisch

Ich hatte mich den ganzen Abend einem Stapel von damals noch unübersetzten britischen Stücken gewidmet und mich im Zuge dessen schon durch zwei oder drei nicht wirklich gute, aber auch nicht wirklich schlechte Werke durchgekämpft. Kurz nach Mitternacht beschloss ich das letzte Stück, «Konsens» von Nina Raine, trotz der fortgeschrittenen Stunde noch in Angriff zu...