Foto: Andreas Pohlmann
Lust auf Abgrund
Zwei schwarz angemalte Toilettenpapierrollen und eine Depafit-Leichtstoffplatte: Dies war die Grundidee zum aufwändigsten Bühnenbild, das je am Residenztheater gebaut worden ist. Es besteht aus einem gewaltigen, vier Tonnen schweren Laufband und einem zweiten, etwa 3,5 Tonnen schweren Laufband auf drei Hubpodien, die vier Meter nach unten reichen. Darauf deklamieren die Darsteller den Schillerschen Text, der mit Veröffentlichungen des linksradikalen französischen Autorenkollektivs Comité invisible angereichert wurde.
Auf der Vorderbühne sitzen zu beiden Seiten je zwei Musiker. Links spielt Mariana Beleaeva die Violine und Jenny Scherling die Viola, rechts bestimmen Heiko Jung am E-Bass und Fabian Löbhard mit Percussioninstrumenten den Rhythmus des Spiels. Die Musik oder der performative Klangteppich von Ari Benjamin Meyers wurde eigens für die Inszenierung komponiert. Er selbst nennt sein Werk ein «akustisches Bühnenbild, das, genauso wie die Laufbänder, den Schauspielern Tempo und Energie vorgibt».
Die Laufbänder sollten sich heben, senken und fließende Positionen einnehmen können. Dazu mussten zehn Antriebe hergestellt werden, weil diese nicht Teil der Bühnenmaschinerie waren, ...
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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Die Bühne des Jahres, Seite 120
von Eva Maria Fischer
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