Lebendige Geister
Der gebürtige Rostocker Jörg Pose betritt als erster allein die Bühne, setzt sich auf einen Stuhl an der Rampe, zuckt und zupft an sich und seinem Harlekinspyjama herum. Er hebt an, von einem seltsamen Fiebertraum zu erzählen, in dem der Träumende schon gestorben ist und sich mit anderen auf eine Reise und in «ein Haus aus geballter weicher Luft» begibt, dann aber doch im Theater landet und dort beinahe von einer Frau erwürgt wird.
Jörg Pose spricht diesen Text mit einer konzentrierten Unruhe, die das Publikum sehr genau hinhören lässt: Wer spricht da?
Kenner:innen des Werks von Thomas Brasch wissen, dass Poses Text aus dem schmalen Prosaband «Mädchenmörder Brunke» stammt, aber diese Quellenangabe ist vielleicht gar nicht so wichtig. Wichtiger ist der fragile Ton, den Jörg Pose zum Auftakt anschlägt: Er steht leicht quer zu der maskulinen Rebellenverehr -ung, die Braschs Werk durchaus kennzeichnet. Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, die seit gut einem Jahrzehnt am Deutschen Theater das Ost-Erbe kritisch pflegen und befragen, haben aus Gedichten, Prosatexten, Briefen, Filmausschnitten und zwei ausufernd einordnenden Kuttner-Interventionen den nach einer breitbeinigen Gedichtzeile ...
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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Eva Behrendt
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
11. Kara, Kindermann und Sipal, Istanbul – ein Sezen Aksu Liederabend
R. Christoph Biermeier
AACHEN, THEATER
17. Güçyeter, Unser Deutschlandmärchen
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ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
18. Moffat,...
ERSTER TEIL
Regine der Schnee körnig
und unter
einem achatgrauen Himmel so
schnell zu Boden fallend wie
ein plötzlicher Regen ich
stehe am Küchenfenster
rauche unablässig in
den Tag hinein ein
Rieseln auf Betonplatten und
das Blech der Fensterbank im
Schlafzimmer liegt
mein Mann liegt Wolfgang
im täglichen Abtragen der
Erinnerungsschichten die Vergangenheit
als...
Eine einsame Nacht. Irgendwo in Deutschland, in Nordseeküstennähe. Im Radio laufen die Nachrichten, berichten von Baerbock, Berlin und Kiew. Zum Abschluss das Wetter: Quellwolken, fallende Temperaturen und leichter Nieselregen. Richtig wohlig klingt das alles nicht. Aber wohlig sind die Zeiten ja auch nicht. Und die Nächte sowieso einsam. Letzeres zumindest erzählt...
