Keine Haltung ist auch eine Hoffnung
Alles ganz normal. Sie brauche keine Sorge haben, beruhigt der Psychiater Doktor Prentice (Jörg Zirnstein) eine junge Bewerberin (Aleksandra Kienitz) für seine Sekretariatsstelle. Dass sie sich ausziehen müsse, diene allein der Prüfung ihrer Qualitäten, pardon, Qualifikationen. Und auch der Ausdruck Befummeln wäre für die Hand auf dem Schenkel eher missverständlich, zumal es sich ja um eine Untersuchung handelt! Was nach einem schlechten Altherrenwitz oder wahlweise einem schmierigen Mitternachtsfilm klingt, wird am Staatstheater Darmstadt zur provokativen Bühnenfarce.
Joe Ortons letztes Stück «Was der Butler sah» (1969) geizt obendrein nicht mit einschlägigen Slapsticks. Sobald zum Beispiel die Gattin (Gabriele Drechsel) des Arztes die Praxis betritt, muss die inzwischen halbnackte Stellenanwärterin rasch hinter den Vorhängen eines Schiebebetts versteckt werden. Dabei ist auch die Ehefrau nicht frei von Sünde. Nachdem sie die Nacht mit einem Pagen im Hotel verbracht hat, wird sie nun erpresst. Dass sich die Figuren zur Verteidigung ihrer Lügengeschichte überdies mehrfach verkleiden, sogar ihre sexuellen Präferenzen zu wechseln vortäuschen, ließ Joe Ortons Klassiker von 1969 zu ...
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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Start Darmstadt, Seite 48
von Björn Hayer
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Der Schauspieler Yorck Dippe beschreibt die «Maschine», die von Henrike Engel auf die große Bühne des Deutschen Schauspielhauses gebaut wurde: «Vier Speicher, eine Kontrolle». Die Speicher, das sind Moritz Grove, Daniel Hoevels, Camill Jammal und Christoph Jöde, die Kontrolle ist Sandra Gerling, und gemeinsam zerlegen sie Johann Wolfgang von Goethes «Wandrers...
BERLIN, SCHLOSS BIESDORF bis 23. Februar 2025, Achim Freyer Bilder – Eine Retrospektive
Anlässlich des 90. Geburtstags von Achim Freyer zeigt die Ausstellung das malerische Schaffen des Theaterkünstlers im Kontext spezifischer Lebensphasen, u. a. Flucht aus der DDR 1972.
ESSEN, MUSEUM FOLKWANG bis 12.1.25, Grow it, show it! Haare im Blick von Diane Arbus bis TikTok
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