Das Prinzip Erinnerung

Ein Gespräch mit Thomas Freyer über «dumme Jahre» und die Herausforderung, 60 Jahre deutsch-deutsche Geschichte zu erzählen – ohne vorschnelle Antworten. Der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei

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Theater heute «dumme Jahre» erscheint als genau das richtige Stück zur richtigen Zeit: Es reagiert auf viele Fragen nach den Landtagswahlen im September in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Aber tatsächlich verfolgen Sie diesen Stückplan seit zwei Jahren. Was hat Sie denn damals schon auf die Spur gesetzt? 
Thomas Freyer Formaler Auslöser – gar nicht inhaltlich – war Christa Wolfs «Ein Tag im Jahr», wo man einer Figur über eine sehr lange Zeit folgen kann: ein ganzes Leben.

Das war die Grundidee: eine Familiengeschichte über 50, 60 Jahre. 

TH Das Stück handelt von einer Kernfamilie vom ersten Kennenlernen der Eltern in den frühen 1960er Jahren bis heute: Mutter (Regine), Vater (Wolfgang), Tochter (Katja), Sohn (Daniel) sind mit einem Jugendfreund der Eltern, Matthias, als einzige auf der Bühne präsent. Um sie herum wird aber ein großes Panorama an Personal aufgerufen, das in den jeweiligen Phasen von DDR, Wende, Nachwende bis in die jüngste Gegenwart dann jeweils andockt. Außerdem wird diese Familiengeschichte nicht als kohärente, lineare Entwicklung erzählt; es gibt keinen auch nur annähernd kausalen Handlungsverlauf, sondern geht in wilden Sprüngen vor und zurück durch die ...

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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Das Stück, Seite 44
von

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