Jede Menge Leben
Jung und alt ist immer ein schöner Gegensatz: TikTok-süchtige Medienzombies versus Wählscheibentelefonen hinterhertrauernde Untote, wobei beide Seiten den Respekt gegenüber der jeweils anderen oft vermissen lassen. Die Regisseurin und Autorin Karen Breece hat in einem Rechercheprojekt mit jungen alten Leipziger:innen am Theater der Jungen Welt diesen Gegensatz szenisch untersucht. Sechs von ihnen stehen am Ende auf der Bühne mit der Schauspielerin Katherina Sattler und kommen miteinander ins Spiel.
«Geboren werden, sterben, es ist alles dasselbe», heißt es im Anfangsmonolog, der von einer 99-jährigen Teilnehmerin der Workshops zur Produk -tion stammt. Aber dazwischen passiert dann noch jede Menge Leben.
Zunächst aber steht der obligatorische Clash der Generationen auf dem Programm. Erik Enzian sitzt alleine auf der Bühne. Er ist Mitglied des Opernlaienchores und für einen Seniorenpart zum Casting gekommen, das als Schriftzug auch groß hinter ihm aufleuchtet. Die Bühne von Nils Braun ist leer außer ein paar beweglichen weißen Holzbänken, die zu allerlei Sitzformationen zusammengeschoben werden können – oder gar zu einer Art Rennauto werden. Zu Enzian gesellt sich bald der junge ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Torben Ibs
Auf der großen Videoleinwand in der Bühnenmitte splittern Glasscherben, ein Martinshorn ist zu hören, später die Signale eines Überwachungssystems auf der Intensivstation. Dann singt eine weiße Gestalt die Arie «Piangerò» aus der Händel-Oper «Giulio Cesare in Egitto». Das Lied, in dem Cleopatra verzweifelt den vermeintlichen Tod Cesares beklagt.
Das muss man sich...
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