In den Ruinen

Ist es komisch oder tragisch, wenn der Planet unbewohnbar wird? Jan Bosse und Alexander Eisenach widmen sich am Hamburger Thalia Theater und am Deutschen Theater Berlin T.C. Boyles «Blue Skies»

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Manchmal programmieren Theater Stoffe passgenau zu politischen, gesellschaftlichen, historischen Schlüsselpunkten. Luk Perceval gelang so etwas vergangenen Januar am Hamburger Thalia Theater mit Hans Falladas «Wolf unter Wölfen»: Eine wütende Landbevölkerung rebellierte da gegen die demokratischen Regeln der Weimarer Republik, und parallel zur Premiere wurden Bauernproteste gegen die Ampelregierung von Rechtsextremen instrumentalisiert – eine politische Analogie, die nicht gewollt wirkte, sondern die die gesellschaftliche Relevanz des Theaters wie zufällig herausstellte.

Und dann gibt es Stücke, bei denen die Realität die Kunst zu überholen scheint. Jan Bosse eröffnet die Thalia-Saison mit T.C. Boyles Romanstoff «Blue Skies», und die Ökozid-Groteske wirkt ein wenig schal, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass der menschengemachte Klimawandel längst das von Boyle Beschriebene in den Schatten stellt. Am Premierentag von «Blue Skies» jedenfalls sorgt das durch die Klimaerwärmung aufgeheizte Mittelmeer für sintflutartige Regenfälle in Österreich, Tschechien und Polen, insgesamt kommen mehrere Menschen in den Fluten um, und wenn man im Vergleich sieht, mit welch bösem Grinsen Bosse ...

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Theater heute November 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 13
von Falk Schreiber

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