Im Setzkasten

Martin Heckmanns nach Molière «Der eingebildete Kranke» Staatstheater, Schauspiel Hannover

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Weder Seelenfrieden-Tee noch Putztherapie: Diesem Mann (Philippe Goos) ist nicht zu helfen. Er ist ein hektischer Hysteriker, ein dauernervöser Hypochonder, eine Drama-Queen, ein Herzinfarkt-Kandidat, eine Heulsuse. Er ist «Der eingebildete Kranke» aus Martin Heckmanns Molière-Überschreibung. Anne Lenk inszeniert das Stück – wie auch ihre zum Theatertreffen 2021 eingeladene «Maria Stuart» – in einer Setzkastenbühne von Judith Oswald.

Zwei kaum Garagen-große Kästen stehen da jeweils nebenund übereinander, allesamt in kränkelndem Krankenhauspastell gehalten und von kaltem Deckenlicht beleuchtet.

Der eine Raum scheint für Trockeneis-Anwendungen gut, der nächste – mit einem dreifachen Matratzenstapel – für superweichen Prinzessinnenschlaf, der dritte – ein Zen-Garten mit unförmigen Steinen – zum Sinn-Spüren. Und der vierte mag mittels eines davor montierten Vergrößerungsglases auch das kleinste Wehwehchen sichtbar werden lassen. All diese Räume sollen womöglich nicht nur das Haus, sondern auch den Zustand ihres Bewohners zeigen. Sie sollen vom wehleidigen (Welt-)Schmerz eines Privilegierten erzählen und diesen in seiner unfreiwilligen Komik kästchenweise zur Schau stellen. 

«Der ...

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Theater heute November 2021
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Katrin Ullmann

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