Im Körpergeschäft
«Keyboard, Flöte, Kartoffelbrei» und «Fieber, Summen, Sorge» heißt es, unterbrochen von «Fernsehverbot, Brettspiele und ‹Trinkflasche, nicht beschriftet›». Zwei Performerinnen bewegen sich dazu im Kreis, krabbeln zunehmend erschöpft über ein paar zusammengeschobene Stühle. Zwischendurch stimmen sie ein Kinderlied an und rufen panisch: nach den Ballettschläppchen, der Regenhose, dem Babydino. Muttersein, das erzählt diese treffende, tragisch-komische Szene in Sarah Frankes Inszenierung von «Milch & Schuld» ist eine Endlosschleife.
Ist nicht nur beglückend, sondern auch zehrend und zermürbend, ist ein Zustand, fremdbestimmt zwischen Küche, Kita, Kinderliedern. Von wegen: «Wenn sie dich anlächeln, ist alles wieder gut.»
Muttersein, das konstatiert Sina Ahlers, Jahrgang 1990, Stückautorin und junge Mutter, ist Arbeit. Außerdem womöglich unerfüllte Sehnsucht, Frustration, Erschöpfung und auch ein Geschäft. Schließlich ist Leihmutterschaft das Thema, das die Autorin in ihrem in Kassel uraufgeführten Werk in den Fokus rückt. Ein Geschäft, «das der ganze Körper verrichtet.»
Behutsam erzählt Ahlers darin von einer nicht näher charakterisierten Zartie, die als Leihmutter arbeitet, und einer ...
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Theater heute Februar 2025
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Katrin Ullmann
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