Ich ist ein Anderer

Anne Nather «Aller Tage schwarzer Kater» (U, Staatstheater, Kleines Haus)

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Es beginnt mit dem ganz großen Tusch vor festlich gedecktem Büffettisch: Tätaratä. Und: nichts. Wieder: Tätaratä. Wieder nichts. Das Spiel wiederholt sich einige Male, dann endlich betritt der Preisträger in Literatenschwarz die Bühne und dankt: für den soeben verliehenen Literaturpreis, der ihm zu echter Freude jedoch nicht gereicht. Denn jetzt flippt er aus, schreit seinen Ekel auf den Literaturbetrieb über die Rampe, zertrümmert den Büffettisch, stopft die Austern in sich rein, kotzt und fällt um.



Tätaratä: Das war nur der Prolog, fulminant, laut und grell von Oliver Simon in Anne Nathers Identitätssuchspiel «Aller Tage schwarzer Kater» über die Rampe performt. Mit den Austern hat Georg sein Gehirn vergiftet, sein Kurzzeitgedächtnis gelöscht. Schreiben war mal. Er kehrt heim ins Dorf zu den überforderten Metzgereltern (Martina Struppek, Matthias Schamberger), die nur eins von ihm wollen: die Rückkehr zur Normalität. Schreiben soll er wieder, möglichst sie schreiben, Texte, die ihre Existenz in der Welt bestätigen. Sie engagieren Franz, einen
elternlosen Sonderling, als «Assistent». Franz schleicht sich, arglos wirkend, in Georgs Vertrauen, in seinen Kopf. Gemeinsam bedecken sie ...

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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Barbara Burckhardt

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