«Ich hatte große Ängste!»

Der israelische Autor und Dramaturg Avishai Milstein über das Auftragswerk der Münchner Kammerspiele «Play Auerbach!», die Berührungspunkte seiner eigenen Geschichte mit dem Fall Philipp Auerbach und die Frage, was das mit dem deutsch-jüdischen Verhältnis heute zu tun hat. Der Stückabdruck auf den Seiten 75–90

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Theater heute Herr Milstein, wie sind Sie für Ihr Stück an den Münchner Kammerspielen auf den Fall Auerbach gekommen? Der Auschwitz-Überlebende war erster bayerischer Staatskommissar für rassisch, religiös und politisch Verfolgte von 1946 bis 1952 in München und beging nach einem – wie sich später herausstellte – Justizskandal Selbstmord. Philipp Auerbachs Leben und seine letztlich tragische Geschichte sind zwar historisch gut dokumentiert, haben aber im historischen Gedächtnis der Deutschen nie eine Rolle gespielt.


Avishai Milstein Ganz einfach: Barbara Mundel, die Intendantin der Münchner Kammerspiele, hat mich darauf aufmerksam gemacht und gefragt, ob ich darüber ein Stück schreiben wolle. Darauf habe ich begonnen, recht umfangreich zu recherchieren. Ich habe die schöne Biografie von Hans-Hermann Klare gelesen, habe mich in München ins Staatsarchiv gesetzt, die Protokolle des Prozesses gelesen, mit Fachhistorikern gesprochen und auch mit Leuten, die ihn noch persönlich erlebt haben. Ich habe auch viel über die Lager der sogenannten «displaced persons» erfahren, also die Rückkehrer, Zwangsarbeiter und Vertriebenen aus den Konzentrationslagern. Dabei bin ich darauf gestoßen, dass ...

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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Eva Behrendt, Franz Wille

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