Holt euch die Freiheit zurück!

Die Mannheimer Schillertage stehen 2025 im Zeichen des Kampfes gegen die Unterdrückung und zeigen: Der Widerstand ist vor allem weiblich

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Friedrich Schiller, so lässt sich vermuten, dürfte in unserer Epoche einer regelrechten Schreibwut verfallen. Wo angesichts wiedererstarkender Despotien Repressionen zur neuen globalen Normalität gehören, wird sein Ruf nach Freiheit selbst mehr als zwei Jahrhunderte nach seinem Tod 1805 nicht leiser. Studieren konnte man seine uneingeschränkte Aktualität just bei den diesjährigen Internationalen Schillertagen am Nationaltheater Mannheim. «Wenn Menschen nur Menschen sind», lautet das Motto.

Und was bedeutet es?

Denkt man den Nebensatz weiter, so vervollständigt ihn möglicherweise die Uraufführung der «Mannheimer Räuber*innen». Darin bedeutet human zu sein letztlich, das Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechter zu besei -tigen. Dabei, so dürften eingefleischte Kenner des Originals von Schiller einwenden, geht es in dem Drama über den von Intrigen begleiteten und tödlich ausgehenden Bruderzwist zwischen Franz und Karl Moor gar nicht um feministische Ansätze. Stimmt! Aber gerade weil eben so viel Testosteron schon dem Text eingelagert ist, hat sich Beata Anna Schmutz zu einer radikalen und antipatriarchalen Überschreibung entschieden. Geblieben ist von den Männern nur noch Karl, ...

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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Björn Hayer

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