Holt euch die Freiheit zurück!
Friedrich Schiller, so lässt sich vermuten, dürfte in unserer Epoche einer regelrechten Schreibwut verfallen. Wo angesichts wiedererstarkender Despotien Repressionen zur neuen globalen Normalität gehören, wird sein Ruf nach Freiheit selbst mehr als zwei Jahrhunderte nach seinem Tod 1805 nicht leiser. Studieren konnte man seine uneingeschränkte Aktualität just bei den diesjährigen Internationalen Schillertagen am Nationaltheater Mannheim. «Wenn Menschen nur Menschen sind», lautet das Motto.
Und was bedeutet es?
Denkt man den Nebensatz weiter, so vervollständigt ihn möglicherweise die Uraufführung der «Mannheimer Räuber*innen». Darin bedeutet human zu sein letztlich, das Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechter zu besei -tigen. Dabei, so dürften eingefleischte Kenner des Originals von Schiller einwenden, geht es in dem Drama über den von Intrigen begleiteten und tödlich ausgehenden Bruderzwist zwischen Franz und Karl Moor gar nicht um feministische Ansätze. Stimmt! Aber gerade weil eben so viel Testosteron schon dem Text eingelagert ist, hat sich Beata Anna Schmutz zu einer radikalen und antipatriarchalen Überschreibung entschieden. Geblieben ist von den Männern nur noch Karl, ...
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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Björn Hayer
AALEN, THEATER DER STADT
28.9. Gößner, ich sehe was, was du nicht siehst (U)
R. Julius Max Ferstl
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
15.8. Hübner und Nemitz, Furor
R. Anja Junski
5.9. Otto, Bauch über Kopf
R. Ingmar Otto
24.9. von Kleist, Der zerbrochne Krug
R. Ingmar Otto
AACHEN, THEATER
26.9. Miriam Unterthiner, Blutbrot
R. Jakob Weiss
27.9. nach Aischylos, Die Orestie
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Es ist der letzte Streich der Eröffnungsrunde der Schauspiel-Interimsspielstätte auf dem Agra-Messegelände in Leipzig. Dabei verbindet sich Heiner Müllers Landwirtschaftsreformkomödie, die von der Zeit der Landumverteilung 1945 bis zur Kollektivierung 1960 erzählt, ganz organisch mit dem Gelände, auf dem einst Landwirtschaftsmaschinen und Produktionstechniken...
Er ist so etwas wie der Schutzheilige bajuwarischer Widerständigkeit, ein «ohdrahter Hund», was so viel wie ausgekochtes Schlitzohr bedeutet oder freundlicher: ein freigeistiger Grantler. Hat doch der Brandner Kaspar den Tod – im Bayerischen der Boan(d)lkramer – erst mit einer Flasche Kirschgeist zum Trinken verführt, um ihm darauf beim Kartenspiel ein paar...
