Hohe Auflösung
Erste Szene.
Ungebetene Gäste
Ein großes Zimmer, vom Boden bis zur Decke und von der Wand bis zum Fenster vollgestopft mit allem möglichen Krempel. Hinten links ist der Flur mit einem großen Kleiderschrank und der Wohnungstür zu sehen. Rechts ein Fenster mit zugezogenen Vorhängen, weiter hinten die Tür zum Nachbarzimmer. Bücherregale, aufeinandergestellte Regale, ein Schreibtisch – zwischen all den Sachen nur schmale Durchgänge.
Den einzigen Kontrast zu diesem Chaos bildet ein sorgfältig gemachtes Doppelbett hinten in der Mitte der Bühne.
Jelena versucht, im Halbdunkel mit dem Rücken zu den Zuschauern einen kleinen Fernseher in Gang zu bringen. Vergeblich. Sie steigt auf einen Stuhl, hält den Fernseher mit der einen Hand hoch und versucht mit der anderen, die Antenne auszurichten. Durch das Rauschen sind nur manchmal Fetzen einer Nachrichtensendung zu verstehen.
Sprecherstimme, männlich (geht immer mal wieder im Rauschen unter und taucht wieder auf) … gut und gerne hunderttausend Menschen, niemand kann sagen, wie viele hier genau demonstrieren … (Rauschen) … die Atmosphäre ist angespannt (Rauschen) … riegeln ab (Rauschen) … keine Stellungnahme des Premierministers (Ra ...
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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Stück, Seite 99
von Dmytro Ternovyi
Das «gegenständliche Leben für fünf Schauspieler», so der Untertitel von Dmytro Ternovyis «Hohe Auflösung», endet für Jelena kurz vor Stückschluss leider ebenfalls gegenständlich: Ein Pflasterstein trifft sie tödlich am Kopf. Der Brocken kommt zwar nicht zufällig durchs Fenster geflogen, aber er hätte genauso gut vorbeifliegen können. Jelena hat einfach kein Glück...
Ein sachliches Hoch auf die Faulheit! Müßiggang, erklärt SAP-Mitarbeiterin Corinna Bornhorst, sei beim global playenden Softwareentwickler längst zur Primärtugend geworden. Leistungsdenken und Effizienzzwänge hätten sich als Holzwege erwiesen, umso konsequenter bemühe sich das Unternehmen darum, das Leben der Mitarbeiter zu entschleunigen und die nur noch...
30 Prozent», erzählt Günther Beelitz im Juni 2014. Dies sei der aktuellste Stand der Zuschauerauslastung im Großen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses, mit 750 Plätzen eines der größeren Sprechtheater der Bundesrepublik. Bei seiner Spielzeitpressekonferenz im Mai waren es noch 41 Prozent, aber die Talfahrt geht weiter. «Es war ein Himmelfahrtskommando, das zu...
