(Hör-)Bücher für den Weihnachtstisch
Nachdem er erst poststrukturalistisch, dann systemtheoretisch und schließlich managementphilosophisch ausgeholt hat, geht Michael Börgerding aufs Ganze: «Ich gehe davon aus, dass wir das alle wollen: glücklich sein am Theater, Glück möglich machen im Theater, das Glück suchen im Theater.» Dreimal Glück und Theater!Der langjährige Hamburger Chefdramaturg, gegenwärtige Direktor der dortigen Theaterakademie und designierte Bremer Generalintendant sucht sich für diesen Höhenflug ein wahnwitziges Sprungbrett: einen Text über Sinn und Zweck des Dramaturgen.
Der Artikel selbst ist ein gelungenes Beispiel für Wahn und Witz des Berufs, der keiner ist, aber immerfort ausgeübt und selbstverständlich auch an Hochschulen und Kunstakademien gelehrt wird. Ort und Anlass ist «Die Kunst der Dramaturgie», herausgegeben von Klaus Zehelein und Anke Roeder, ein Sammelband zu Theorie, Praxis und Ausbildung eines Tätigkeitsfeldes, das so umfassend ist, dass es niemand greifen kann. – Was einen nicht geringen Teil der Faszination ausmacht.
Fischen im Tiefen
Sammelbände sind wie Fischernetze: Man sucht nach Heringsschwärmen und bekommt die halbe Meeresfauna. In diesem Fall einen sich immer erregter ...
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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: MAGAZIN, Seite 60
von Franz Wille
TH Die Nachricht von Ihrem Wechsel nach Stuttgart zur Spielzeit 2013/14 hat uns überrascht. Schließlich haben Sie erst vor zwei Jahren bis 2016 am Maxim Gorki Theater verlängert. Was sagt denn Klaus Wowereit zu Ihrer Entscheidung?
Armin Petras Er hat im Pluralis Majestatis gesagt: «Wir wünschen ihm alles Gute.» Ein großer Staatsmann. Da hat er mich wirklich...
Ein Küken ist in die Jauchegrube gefallen. Der ganze Bauernhof versammelt sich, setzt Gott und die Welt in Bewegung, um das winzige Wesen zu bergen – und um es, kaum dass es dem Tod entrissen und gesäubert ist, zart in Butter zu braten und zu verspeisen. Ja so san’s, die bayerischen Bauern: herzensgut und saubrutal.
Josef Bierbichler, der diese kleine gemeine...
Stellen Sie sich vor, das Theater und die Erde wären kleine Punkte auf einem Luftballon in der Hand einer quietschfrechen Göre. Ballon platzt, Mädchen kreischt – der Weltuntergang wäre eine göttliche Wonne. Mit dieser Pointe beginnt die Regieassistentin Antje Schupp den «Großen Marsch». Das ist bemerkenswert frisch. Erstens, weil der im Schwarzwald aufgewachsene...
