Heiße Eisen, schale Gefühle
«Unsere Generation glaubt einfach nicht mehr, dass wir alle so verschieden sind, weil wir verschiedene Religionen, verschiedene Werte, verschiedene Kulturen und Nationalitäten haben. Wir wissen, dass wir alle dasselbe wollen (…) und dieselbe Sprache sprechen: Facebook!», verkündet die Deutsch-Iranerin Maryam Zaree am Ende von «The Day Before the Last Day». Na sowas. Und wir dachten immer, die israelisch-arabisch-deutsche Truppe von Yael Ronen sei gerade genau dieser Differenzen wegen so aufregend und spannungsvoll? Aber Zaree hat natürlich recht.
Die dritte Generation, die Yael Ronen im gleichnamigen Erfolgsprojekt noch einmal alle Klischees und Konflikte durchspielen ließ, arbeitet sich – jedenfalls, wenn sie so gut ausgebildet, sozial anerkannt und global mobil ist wie die Schauspieler der Company – in Wirklichkeit viel mehr an sich selber ab als an kulturellen, nationalen und religiösen Unterschieden.
In «The Day Before the Last Day» lassen Ronen & Company den «Zukunftsforscher» Rotem Keinan den Dritten Weltkrieg als Krieg der Religionen vorhersagen, der sich, wie überraschend, in Israel entzünden wird. Während Keinan seinen Vortrag zu halten versucht, scheitert Niels Bormann ...
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Theater heute Oktober 2011
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Eva Behrendt
Im Theater sagten sie «Rosel». Sie wollte selbst die lieblichere, kleinere Form ihres Vornamens. Rosalie Helga Lina: Eine Matrone konnte sich solchen Taufnamen leisten; sie war leichter, munterer. Aber was? Sie wusste es erst sicher, als sie schon vierzig war, nach langem Weg und harter Arbeit; nämlich: die unverwechselbare Schauspielerin, schön, anmutig und...
Wieder ein Abschied – diesmal für immer. Bei der Premiere von Dieter Dorns jüngster Inszenierung spielte sie noch mit – als Kunigundens alte Tante in Kleists «Käthchen von Heilbronn». Als sich das legendäre Dorn-Ensemble dann Ende der Spielzeit ein letztes Mal auf der Bühne des Bayerischen Staatsschauspiels versammelte, um sich darauf in alle Winde zerstreuen, war...
Mephisto wohnt in der Teisenberggasse 11. Aus dem öligen Haar wachsen ihm Hörner, der offene Bademantel gewährt Einblick auf einen imposanten Bauch und einen schwarzen Slip. Pleased to meet you: Der Teufel ist in Feierlaune, und wir sind heute seine Gäste. In Reih und Glied stehen wir an der Hausmauer und nippen an den milchig weißen Drinks, die uns gereicht...
