Hamburg: Im Glaskasten der Diversität

Schorsch Kamerun «Katastrophenstimmung»

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Hannah (Carlotta Freyer) hat verstanden, wie der Hase läuft. «Du denkst, du hörst die Nachrichten», erklärt sie, «aber was du hörst, ist ein Echo!» Wir sind gefangen in Filterblasen, in denen die eigene Meinung wieder und wieder bestätigt wird, bis wir glauben, eine allgemein gültige Position zu hören. Bühnenbildnerin Katja Eichbaum hat für diese Echokammer ein hübsches Bild gefunden: einen aquariumartigen Tunnel zwischen den Zuschauerrängen, in dem praktisch die gesamte Performance von Schorsch Kameruns «Katastrophenstimmung» stattfindet.

Und wenn doch einmal außerhalb des Glaskastens agiert wird, bekommt man das per Videoeinspielung mit, vom Vorplatz des Hamburger Schauspielhauses etwa oder aus dem Foyer des Malersaals. Der Ausbruch aus dem Schauspielhauskeller gelingt so zwar, der aus den Datenströmen nicht.

Spätestens als diese Datenströme Hannahs Leben sabotieren, wird klar, dass wir uns in einem repressiven System befinden: «Ich habe im Netz nach günstigen Grippemitteln gesucht, und dar­aus wurde geschlossen, dass ich ein schwaches Immunsystem habe.» Und mit schwachem Immunsystem kommt man nicht weiter im Job, klar. «Katastrophenstimmung» ist eine nur minimal vom Heute ...

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Theater heute August/September 2017
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Falk Schreiber

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