Grenzen (auf) der Bühne
Sie kommen aus dem Norden. Die Grenze ist löchrig, und Schlepperbanden besorgen den Rest: zu Fuß, über das Land, herunter vom Hochplateau, aus den angrenzenden Nachbarländern Zimbabwe, Mosambik, Angola, aus Zentralafrika, dem Kongo, aber auch aus dem Nordwesten, Senegal, Elfenbeinküste.
Sie kommen aus dem Süden. Zu Fuß, durch die Wüste, überqueren Landesgrenzen des Kontinents, aus Nord-, Ost- und Zentralafrika, Eritrea, Somalia, dem Sudan – ein lukratives Geschäft für die Schlepperbanden.
Denn sie müssen weiter über das Wasser, das Meer der Toten, heutzutage die gefährlichste Route der Welt.
Das Ziel derer aus dem Norden ist Südafrika. Sie leben in den Townships, deren Armut, Gewalt und Kriminalität. Dort nennt man sie «Aliens». Sie sind die untersten in der menschenverachtenden Hierarchie, arbeiten hart und schicken das wenige Geld ihren zurückgebliebenen Familien. Sie werden gehasst, geschlagen und getreten.
Das Ziel derer aus dem Süden ist Europa. «Asylanten» – klingt wie «Aliens», Schimpfworte. Manchmal dürfen sie weiterziehen, kommen von Auffanglagern in Flüchtlingsheime, sie werden eingepfercht, ausgegrenzt, malträtiert und beschimpft.
Südafrika und Europa: ein Land und ein ...
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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Theater ohne Grenzen, Seite 26
von Julius Heinicke
Es ist eines der schönsten und verrücktesten Theaterprojekte unserer Tage: In der auf zehn Teile angelegten Performancereihe «Life and Times» bringt die New Yorker Gruppe Nature Theater of Oklahoma seit 2009 die Lebensgeschichte einer jungen Frau auf die Bühne.
Basis für das epochale Unterfangen sind zehn Telefonate, die 2007 mit der damals 34-jährigen Musikerin...
Friedrich Hofreiter muss zu seiner Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts eine imposante Figur gewesen sein: Gründerzeit-Industrieller mit Millionenvermögen und einer Villa in Baden bei Wien, wo die Gattin Genia residiert, die er regelmäßig mit gelangweilten Ehefrauen der besseren Gesellschaft betrügt; der Sohn geht in England aufs Internat. Außerdem spielt er ehrgeizig...
Ohne weiteres kann man die Frankfurter Aufführung als Film beschreiben, stellenweise sogar als erstaunlich gelungenes Remake jener Verfilmung von 1951 mit dem jungen Marlon Brando, an die in diesem Zusammenhang alle denken: zwei bühnengroße Leinwände, auf denen die Schauspieler meist in Close-Ups zu sehen sind, meist sehr close, dazwischen eine entsprechend...
