Falsch verbunden
Es ist eines der schönsten und verrücktesten Theaterprojekte unserer Tage: In der auf zehn Teile angelegten Performancereihe «Life and Times» bringt die New Yorker Gruppe Nature Theater of Oklahoma seit 2009 die Lebensgeschichte einer jungen Frau auf die Bühne.
Basis für das epochale Unterfangen sind zehn Telefonate, die 2007 mit der damals 34-jährigen Musikerin Kristin Worrall, einem Mitglied der Gruppe, geführt wurden. Das Transskript jedes Telefonats liefert das Textmaterial für je eine Episode. Zum Konzept gehört auch, dass in jedem Teil eine andere Kunstform zum Einsatz kommt.
Am Ende sollte «Life and Times» dann in einer Gesamtaufführung gipfeln, die wohl mindestens einen ganzen Tag lang dauern würde.
Schweren Herzens getrennt
Ob es so weit kommt, ist inzwischen allerdings sehr fraglich. Das Nature Theater of Oklahoma hat seinen wichtigsten Partner verloren: das Burgtheater. Die ersten vier Episoden waren im Kasino uraufgeführt worden, und die Kooperation sollte fortgesetzt werden. Aber dann ist im Burgtheater die Krise ausgebrochen. Kelly Copper, die das Nature Theater gemeinsam mit Pavol Liska leitet, erinnert sich, dass im November 2013 auf einmal niemand mehr erreichbar ...
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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Wolfgang Kralicek
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