Glück im Bau

Die Stadt München gönnt sich ein neues Volkstheater, und Bonn Park erfindet mit seiner Highschool-Oper «Gymnasium» gleich ein neues Genre dazu

Theater heute - Logo

Wovon andernorts schon lange keiner mehr zu träumen wagt, in München gelingt es derzeit fast reibungslos und geradezu in Serie: Ganz ohne Skandale, Budgetüberschreitungen oder Baumängel reihen sich in diesem Herbst die Einweihungen neu gebauter städtischer Spielstätten – alles noch Vor-Corona-Planungen, versteht sich, denn im laufenden Haushaltsjahr und womöglich auch im kommenden müssen auch die Münchner sparen.

 

Den Anfang machte im September der Ersatzbau für das sanierungsbedürftige «Schwere Reiter» auf dem Gelände des Kreativquartiers am Leonrodplatz, Spielort für freies Theater, Musik und  Tanz. Und schon hier kann sich die Interimslösung sehen lassen: mit imposanter Spundwandfassade und 1:1-Übertragung der bisherigen Bühnenmaße (leider auch der geringen Raumhöhe, da wäre noch Luft nach oben gewesen), ergänzt um ein Studio und endlich auch mit getrennten Toiletten für Publikum und Auftretende. An die schroff und im Inneren hell strahlende Kunst-Werft, vom Architekturbüro Mahlknecht Herrle für gerade mal 3,5 Millionen Euro als recycelbares Provisorium konzipiert, könnte man sich auch auf Dauer gewöhnen. Ebenso wie an das drei Wochen später eröffnete Ausweichquartier für die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Theaterneubau, Seite 44
von Silvia Stammen

Weitere Beiträge
Ziemlich beste Recherchegringos

Eines muss man den Putins, Lukaschenkos und Erdogans dieser Welt lassen: Sie vergiften Oppositionelle derart öffentlichkeitswirksam oder sperren sie derart sichtbar weg, dass die ganze Welt es mitbekommt. In Lateinamerika ist das seit den dunklen Jahren der Militärdiktaturen in Ländern wie Chile, Argentinien und Brasilien etwas anders. Dort ließ und lässt man...

Unheilbar dem Leben verpflichtet

Lakonisch plakatieren die Bühnenarbeiter zu Beginn der Inszenierung einzelne Papierbahnen zum Prospekt. Die Fotografie fixiert einen nackten Mann im Moment des Sprungs, allein auf einer sonnigen Dachterrasse. Seine Arme umfassen die angewinkelten Beine, das lange pechschwarze Haar verhüllt sein Gesicht und steht steil in der Luft, aller Schwerkraft zum Trotz. Die...

Eine Stimme für die Mütter

Manchmal träumt Nina nachts von endlosen Menschenschlangen, in denen eine Frau nackt hinter der anderen steht. «Das Einzige, was ich weiß, ist, dass es Mütter und Töchter sind. (…) Das verstehe ich an der Art, wie sie aneinander vorbeischauen. Aber sie suchen sich.» Vielleicht deshalb erzählt Ninas Mutter Tatjana auch nicht ihrer eigenen, sondern der Tochter ihrer...