Gewissen, Faust und Säure
Neben Kerrs und Polgars Kritiken haben auch die von Herrmann-Neiße eine noch immer aktuelle Aussagekraft und machen Lust auf Theater. Er liebte das Theater mit Körper, Verstand und Seele von Kindheit an. Mit Artisten, Akrobaten, Komikern beider Geschlechter und diverser Lebensweise wie Karl Valentin, Lisl Karlstadt, Hans Moser, Cläre Waldoff, Willi Schaeffers, Curt Bois und Paul Nikolaus war er befreundet. Eine ziemlich «schattenlose Glückseligkeit» erlebte er 1919 bis 1922, als er als Autor, Schauspieler und Kabarettist in Erscheinung trat.
Schon als Schüler hatte Max Herrmann mit Puppen Theater gespielt, Dramen verfasst über Kleopatra, den Spartakus-Aufstand sowie Märchenstücke mit Räubern und Indianern. In seiner Studentenzeit entwarf er weitere Stücke, die er 1919 überarbeitete und veröffentlichen konnte.
Die dreiaktige Komödie «Joseph der Sieger», formal mit Tiecks «Gestiefeltem Kater» und Pirandellos «Sechs Personen suchen einen Autor» vergleichbar, war eine bissige Parodie auf Gerhart Hauptmanns «Und Pippa tanzt» und huldigte Frank Wedekind mit ihren schrillen, im Zirkus und Bordell spielenden Szenen, gespickt mit Knallereien, Verführungen und Hochstapeleien. Der groteske ...
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Theater heute Juli 2023
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Klaus Völker
WWW.ARTE.TV
bis 2024., Re: Auf Gegenkurs. Eine Bürgermeisterin in Polen
Deutschland 2022 Reportage über Beata Moskal-Slaniewska, die linksliberale Bürgermeisterin der polnischen Stadt Swidnica. Wo sich andere Kommunen zu «LGBT-freien Zonen» erklärt haben, hat sie einen Gleichbehandlungsrat gegründet, der von ihrem Vize-Bürgermeister, Szymon Chojnowski, geleitet...
Man wusste nie, wer auftreten würde, auch wenn man die Stücke kannte: der sich selbst gefährdende, doch gut trainierte Seiltänzer; der gewiefte gierige Wolf mit liebenswürdig aasigem Dauergrinsen; der spitzenschuhgestählte Elefant im Porzellanladen; der hypermännliche Naive; der versponnen erzählverliebte und zugleich klug analytische Anekdotiker; der ausgebuffte...
In den Bühnenschwänken ist die Welt noch in Ordnung – und gleichzeitig völlig aus den Fugen. Sie «handeln vom Konflikt zwischen den Normen bürgerlichen Wohlverhaltens und der heimlichen Neigung, gegen sie zu verstoßen», heißt es im Programmheft zu «Der Raub der Sabinerinnen» am Wiener Akademietheater. Konkret bedeutet das aber leider oft: Anarchie, ja –...
