Gesten der Liebe
Mit der Forschung zu Pina Bauschs Werk verhält es sich umgekehrt proportional zu ihrem Ruf. Als Choreografin ist sie weltberühmt und fast schon so etwas wie ein deutsches Kulturerbe, in der tanzwissenschaftlichen Forschung kommt sie fast gar nicht mehr vor. Nach einer ersten Erkundungswelle in den späten 1970er und 1980er Jahren, deren Erkenntnisse bis heute den Diskurs über die und die Wahrnehmung der Arbeit Pina Bauschs bestimmen, ist nicht mehr allzuviel Neues hinzugekommen.
So sind es neben Textsammlungen vor allem Fotobände, die das Bild des Tanztheaters Wuppertal prägen, prächtige Bildbände, die den stark visuellen Charakter der Arbeiten unterstreichen und als emotional aufgeladene Erinnerungsträger für eingeschworene Bausch-Fans dienen. Erst in jüngster Zeit sind wieder frische Impulse zu verzeichnen, die Bauschs Arbeiten im Kontext von Konzept- und postmedialer Kunst neu zu verstehen suchen. Gabriele Kleins Buch will in diesem Zusammenhang nichts weniger als einen Neuansatz in der tanzwissenschaftlichen Forschung generell und zu Pina Bausch im Besonderen leisten. Nebenbei ist ihre Monografie mit analytischem Tiefgang auch eine Liebeserklärung an das Tanztheater Wuppertal ...
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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Tanztheater, Seite 52
von Gerald Siegmund
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