«Gestatten, Ungepflegt!»

Frau Kremser stellt sich vor – und zieht die Künstlerinnenexistenz in Wien der Berliner vor

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Und stockt kurz sie, die Wutentbrannte, stockt, um ihrem Gegenüber die schlimmste Beschimpfung an den Kopf zu werfen, die ihr einfallen konnte: «Du Künstler!», krächzt die aufgebrachte Passantin Christoph Schlingensief bei der Aktion «Ausländer raus!» entgegen. Mittlerweile ist es fast 20 Jahre her, dass Schlingensief mit seinen Containern vor der Wiener Staatsoper den österreichischen Volkszorn auf sich zog.

Seither sahen wir viele Rechtspopulisten kommen, aber auch immer wieder gehen, nicht ohne der Republik zuvor erheblichen Schaden zugefügt zu haben, wie uns das kürzlich erschienene «Ibiza»-Video wieder mal aufs Drastischste vor Augen geführt hat. Die Fremdenfeindlichkeit ist nichtsdestotrotz ungebrochen hoch, und manch ein eifri­ger Verfechter der neuen Rechten rüstet sich schon für einen angeblich be­vor­stehenden europäischen Bürgerkrieg. Während der jüngste Altkanzler Österreichs immer wieder gern mit Wladimir Putin auf einer Hochzeit tanzt. Was heißt es also, sich in diesem Land Künstlerin bzw. Künstler schimpfen zu lassen? Einem Land, in dem die Rechtsextremen einen Maler wie Odin Wiesinger als Künstlerisches Role Model in Stellung bringen: ein schlagender ...

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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Künstler Positionen, Seite 16
von Ferdinand Schmalz

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