Gefangene der Geschichte

Wajdi Mouawad «Vögel»

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Wie ist es möglich, Identitätsgrenzen zu überwinden? Kann man multiple Kulturen in sich vereinen? Anfang des 16. Jahrhunderts wurde der arabische Diplomat Muhammed al-Wazzan, genannt Leo Africanus, von Piraten gefangen genommen, nach Rom verschleppt und dort von Papst Leo X. getauft. Nach einem Jahrzehnt als hochgeachteter Gelehrter in Italien gelangen ihm die Flucht und die Rückkehr nach Nord­afrika.

Angeregt von der Lebensgeschichte dieses Wanderers zwischen der muslimisch-arabischen und der christlich-europäischen Welt, hat Wajdi Mouawad eine Familiensaga geschrieben, die heute vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts spielt.

Im Lesesaal einer New Yorker Universitätsbibliothek verliebt sich Eitan, ein junger Biogenetiker aus Berlin, in Wahida. Als Eitan seinen Eltern und seinem Großvater, einem Überlebenden der Shoah, die neue Freundin vorstellt, kommt es zum Eklat. Wahida ist Araberin und für Eitans Vater David nicht akzeptabel. Eitan lehnt es ab, für das Leid seiner Vorfahren Verantwortung zu übernehmen. Traumata seien genetisch nicht vererbbar. Bei einem Gentest stellt er überraschend fest, dass sein Vater nicht der ist, der er zu sein vorgibt. Auf der Suche nach den Wurzeln ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 173
von Ingoh Brux

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