Frauenpower statt Räuberpathos
Vor drei Jahren marschierten Schillers «Räuber» noch als skandierender Männer-Bund, angeschirrt und gleichgetaktet von Ulrich Rasche, im Münchner Residenztheater über tonnenschwere Riesenlaufbänder (weshalb die Inszenierung beim Theatertreffen 2017 nur als Video-Aufzeichnung gezeigt werden konnte) und erzeugten dabei mit geballtem Gruppenpathos einen aufwühlend abstoßenden Sog.
Um Gemeinschaftsgefühle geht’s auch bei Leonie Böhm, aber grundlegend anders gepolt, wenn sie an den Münchner Kammerspielen mit einem rein weiblichen Cast und Team «Die Räuberinnen» in einer kollektiven Stückentwicklung, sehr frei aus Schillerschen Gedankengängen heraus zu einem unverblümt weiblichen (Self-)Empowerment umformuliert. Schillers zwischen Trotz und Revolte, idealistischer Anarchie und infamem Terror schlingerndes Familienpsychodrama gibt da erstaunlich viel her, wenn man sich die Sache mal ganz unverkrampft, aber mit durchaus ernsthaftem eigenen Anliegen anschaut.
«Das gewohnte Denken vom Geist aus verändern, das wäre doch Kunst», stellt Gro Swantje Kohlhof zu Beginn salopp in Aussicht, nachdem sie zusammen mit ihren Mitspielerinnen, Sophie Krauss, Eva Löbau, Julia Riedler und der ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Was fehlt?, Seite 19
von Silvia Stammen
Figuren:
Richard «Ricky» Martin/Alecto Dimitrij Schaad
Dr. Stefan Frank/Alecto Tim Porath
Tatjana/Alecto Marina Galic
Lana/Alecto Birgit Stöger
René André Szymanski
SZENE 1 – Introduction
Monolog Dimi Guten Abend, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Bevor es losgeht, würde ich Sie gerne mit den neuen Privatsphäre-Einstellungen und Nutzungsbedingungen des Thalia...
Karin Cerny Wie sind Sie bei Florentina Holzinger gelandet?
Lucifire Ich habe mit der Performerin Veronica Thompson, die sich in «Tanz» an den Haaren hochziehen lässt, früher in einem Zirkus gearbeitet. Sie meinte, Florentina würde Frauen suchen, die Erfahrungen mit Body Suspension haben, sich also auf Haken in ihrem Fleisch aufhängen lassen wollen. Ich hatte...
Eva Behrendt Herzlichen Glückwunsch zur Auswahl – und dazu, dass die Quote mit sechs Inszenierungen von Regisseurinnen sogar übererfüllt wurde. Wie ist das gelungen?
Margarete Affenzeller Eigentlich war’s ganz leicht. Es war in letzter Zeit kaum noch die Rede von der Quote, auch nicht in der Schlussdiskussion. Wir waren uns schon im Mai, als Yvonne Büdenhölzer...
