Frankfurt: Zwischenwelten

nach Grossman «Eine Frau flieht vor einer Nachricht», Beckett «Warten auf Godot»

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Widerstand kann recht simpel daherkommen: in Form von Wanderstiefeln und roter Windjacke etwa. Denn Ora hat die Nase voll: Als ihr Sohn Ofer sich nur einen Tag nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst freiwillig zum Kriegseinsatz meldet, packt sie ihren Rucksack und rückt aus nach Galiläa, in die Unerreichbarkeit. Denn sie ist nicht willens, die Rolle zu spielen, die der Krieg ihr zuweist: diejenige der Mutter, die zuhause sitzt und wartet, ob ihr Sohn tot oder lebendig von der Front zurückkehrt. Und so treibt ihre wahnsinnige Wette sie vor die Tür.

Ora ist eine Figur des israelischen Autors David Grossman; seinen 2009 erschienenen Roman «Eine Frau flieht vor einer Nachricht» beendete er in den letzten Tagen des zweiten Libanon-Krieges. Darin zeichnet er die tiefen Spuren nach, die der gewaltsame Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern im Leben jeder und jedes Einzelnen hinterlässt, und macht sie anhand der verzweigten Geschichte einer Familie sichtbar. In den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt stellt Regisseurin Jessica Glause diese eigensinnige Ora gleich vierfach auf die Bühne: Sarah Grunert, Altine Emini, Christina Geiße und Eva Bühnen verkörpern ihre verschiedenen ...

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Theater heute März 2019
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Esther Boldt

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