Kunst allein genügt nicht
Das Flugzeug der Austrian Airlines setzt auf der Landebahn des Wiener Flughafens auf. Es ist der 5. Dezember 2016. Der Tag nach der «Schicksalswahl». Wie jedes Mal plärrt unmittelbar nach der Landung dieser nervtötende Potpourri aus Walzer und Mozart aus den Bordlautsprechern. Willkommen in Österreich.
Das Leben geht weiter. Immerhin, als am Tag davor kurz nach siebzehn Uhr das Ergebnis der österreichischen Präsidentschaftswahl bekanntgegeben wurde, gab es einen Moment des Innehaltens, der Erleichterung, vielleicht des Glücks.
Man kann es nicht anders sagen: Die Mehrheit der Menschen dieses Landes haben noch einmal ein starkes Signal gegeben, einen Funken der Hoffnung (brrr, ich mag dieses Wort nicht, gültig nur für Lottospieler und Liga-Absteiger) gezündet.
Sie haben gezeigt, dass man diesem schleichenden Gift, das sich besorgt und bürgernah gibt, das Volks-Rock’n’Roll feiert und über Facebook Hass verbreitet, dass man diesem Gift tatsächlich Einhalt gebieten kann. Naja, zumindest die Stirn bieten … Denn trotz der Atempause bleiben die großen Fragen natürlich weiterhin ungelöst. Nicht nur hierzulande, sondern weltweit. Augenfällig daran ist, dass die ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Martin Kusej
Werner Fritsch ist der Theatermann fürs grob Verworrene, für die verschmitzte Provokation, die hirnschwurbelnde Sprachakrobatik und überhaupt für Abende, an denen man am Ende nicht mehr so recht weiß, ob man jetzt gut unterhalten oder doch auf hohem Niveau verarscht wurde. Es kann auch durchaus beides zutreffen, und am Ende von «Shakespeares Schädel in Fausts...
Es hat nicht lange gedauert. Zehn Tage, um genau zu sein. Zehn Tage, in denen die Ergebnisse der amerikanischen Wahlen Schockwellen durch die westliche Welt schickten; zehn Tage, in denen der zukünftige amerikanische Präsident Donald Trump Rassisten und Antisemiten auf die wichtigsten Posten im Weißen Haus berief; zehn Tage, in denen er deutlich machte, dass...
Sie sind gekommen, um «Tschüss» zu sagen. Nach fünf Jahren an der Volksbühne, nach fünf Jahren Festspielen mit der vielköpfigen Fritsch-Familie, die ein großer bunter Wanderzirkus ist: feinste Lachmuskelartisten, die Herbert Fritsch über die Zeit an zig Stadttheatern aufgetan hat. Jetzt treten sie noch einmal zur Rampe vor, einzeln, hundert letzte Minuten...
