Regensburg: Triumph der Poesie
Werner Fritsch ist der Theatermann fürs grob Verworrene, für die verschmitzte Provokation, die hirnschwurbelnde Sprachakrobatik und überhaupt für Abende, an denen man am Ende nicht mehr so recht weiß, ob man jetzt gut unterhalten oder doch auf hohem Niveau verarscht wurde.
Es kann auch durchaus beides zutreffen, und am Ende von «Shakespeares Schädel in Fausts Faust» brummt einem nicht nur der Kopf, man ist auch ein wenig beglückt von dem experimentellen Wagemut, der auf der Basis des plumpen titelgebenden Kalauers das Gedanken- und Sinnesspiel lustvoll auf die wacklige Spitze treibt.
Zu loben und zu bewundern ist erstmal das Theater Regensburg, das Fritsch (als in Waldsassen Geborener ja quasi ein oberpfälzischer «Heimatdichter») den Auftrag gab, sich zu Shakespeares 400. Geburtstag etwas einfallen zu lassen. Dass da keine Hommage und kein Kniefall herauskommen würde, darauf musste man gefasst sein. Und auf der mit Volksbühnen-Glitzerlametta dekorierten Bühne (Karla Fehlenberg, auch verantwortlich für schrägste Verkleidungen) kommt es dann tatsächlich zu einem irrwitzigen Parforce-Ritt durch die Gedanken- und Figurenwelt des großen Dichters Englands, an dem sich ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Bernd Noack
Er könnte der Schwiegermutter-kompatible Bruder von Michael Moore sein: Ein so hartnäckiger wie geschwätziger Investigativ-Journalist mit Basecap, der sich beeindruckend angstfrei in Ermittlungen unter Waffenschiebern, Drogenhändlern und Schleusern stürzt, sich dabei aber auch selbst beeindruckend großartig findet. Anne-Kathrin Schulz, Autorin und Dramaturgin...
Personen:
Fred
Romy
Frau Fassbender
Herr Fassbender
Kathi
Pierre
Dealer
Rundmeister
Hauke
Heike
Wahrscheinlich Ännies Stimme
Stimmen
0
Wahrscheinlich Ännies Stimme Hoch. Runter. Hoch. Runter. Auf den Boden. Rührt euch nicht. Aufstehn. Setzen. Nix mehr. Runter. Hört ihr die Wellen? Eure Lügen kommen zurück. Hoch, runter, hoch, runter. Keinen Mucks. Kriecht...
Sie sind gekommen, um «Tschüss» zu sagen. Nach fünf Jahren an der Volksbühne, nach fünf Jahren Festspielen mit der vielköpfigen Fritsch-Familie, die ein großer bunter Wanderzirkus ist: feinste Lachmuskelartisten, die Herbert Fritsch über die Zeit an zig Stadttheatern aufgetan hat. Jetzt treten sie noch einmal zur Rampe vor, einzeln, hundert letzte Minuten...
