Film: Du bist, was du spielst
Es ist schon sehr viel schwarzes Blut geflossen im April 1945, als ungefähr zur Mitte seines Kriegsende-Films «Der Hauptmann» der Regisseur Robert Schwentke einen «Bunten Abend» stattfinden lässt. Vor grölenden Soldaten, die gerade erst 30 Gefangene – vor allem deutsche Fahnenflüchtige und Plünderer – im Emslandlager 2 erschossen haben, liefern sich Samuel Finzi und Wolfram Koch auf der ranzigen Bühne im Lager-Kasino düster antisemitische Anal- und Popel-Späßchen.
Ein Spiel ums Leben: Sie sind selbst Gefangene des Lagers, und der selbsternannte Herr über Leben und Tod in diesen letzten Tagen des II. Weltkriegs, Hauptmann Willi Herold, bittet Finzi danach an den Tisch. Was er denn ausgefressen habe, will der junge Schlächter jovial grinsend vom Schauspieler wissen. Nichts, beteuert der. Aber er solle doch mal so tun, als ob, bohrt der Hauptmann nach, was wäre er denn im Fall des Falles, ein Mörder, ein Dieb, ein Fahnenflüchtiger?
Zu diesem Zeitpunkt weiß der perfide Frager (der 24-jährige Max Hubacher, zu sehen auch im Schauspiel Leipzig in Claudia Bauers «König Ubu»-Version von Simon Stephens’) schon, was das Als-ob mit einem anstellt. Denn er, von dessen Herkunft und Vorgeschichte ...
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Theater heute März 2018
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Barbara Burckhardt
Aachen, Grenzlandtheater
14. nach Rostand, Cyrano de Bergerac
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
16. nach Fassbinder, Die bitteren Tränen der Petra von Kant
R. Martin Schulze
22. Dlé, Android ergo sum (U)
R. Florian Hertweck
24. Schiller, Die Räuber
R. Ewa Teilmans
Augsburg, Theater
10. Ripberger, 1968: Geschichte kann man schon machen, aber so wie jetzt ist’s halt scheiße...
Im Anfang war das Wort. Und das Bild. Und sonst auch noch vieles. In Stuttgarter Schauspielhaus hat Kay Voges, hauptberuflich Intendant des Dortmunder Schauspiels, zur Messe geladen. Mit Weihrauchduft lotst er die Besucher in die heiligen Hallen des Theaters, an dessen Decke und Seitenwänden im Zuschauerraum viele kleine rote Lämpchen leuchten. Schummrige Stimmung,...
Du bist wirklich verrückt geworden, Alfred», diagnostiziert Charlotte absolut zutreffend und klingt dabei eher zoologisch interessiert als irgendwie aufgebracht. Chapeau: Schließlich befindet sich die Mittvierzigerin mit ihrem Gatten auf dem Rückweg ins Hotel nach einem Dinnerausflug, in dessen Verlauf der Inhalt (mindestens) eines Rotweinglases in ihrem Gesicht...
