Festival: Hand vors Auge!
Wir lernen Bilder lesen. Was meinen die kämpferischen jungen Frauen aus Chile, was die Performance-Dokumentaristen, die vom Kampf des indigenen Mapuche-Volks im Grenzgebiet zu Argentinien erzählen, wenn sie im Schlussbeifall eine Hand vor ein Auge legen? Im Internet der Netzwerke ist die Geste ein bisschen bekannt, auf den Bühnen des Heidelberger Theaters wird sie es nach einigen Tagen.
Sie erinnert an die vielen Opfer der Demonstrationen in Chile seit Oktober vorigen Jahres, denen beim millionenfachen Protest gegen die autoritäre Regierung des Präsidenten Pinera mit Tränengas-Granaten und noch schlimmeren Waffen von Polizisten und Militärs Augen weggeschossen wurden. Wer sich erinnern mag – vor langer Zeit in Genua, beim Protest gegen die Gipfeltreffen der wirtschaftlich potentesten G-7-Nationen, hielten Demonstrantinnen und Demonstranten weißgemalte Hände zu Tausenden in die Kameras der Weltpresse – die chilenische Hand vor dem Auge hat noch dramatischere Wucht.
«Paisajes para nao colorear», Marco Layeras viel gereistes Stück der neun jungen Widerständlerinnen aus Chile (es war zuletzt auch in Berlin sowie gerade in München und Frankfurt zu sehen) ist ein Beispiel für die «Kunst ...
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Die Universität Gent hat im März Milo Rau, dem Leiter des NT Gent, die Ehrendoktorwürde verliehen. Universitätsrektor Rik Van de Walle erinnert sich bei dem Festakt noch genau, wie beeindruckt er im September 2018 war, als er Raus «Die Wiederholung» sah: «Ab diesem Moment war mir klar, dass wir Milo eines Tages ein Ehrendoktorat verleihen würden.» Die Universität...
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Sollte Ihnen der österreichische Politiker Hans Kudlich (1823–1917) kein Begriff sein, ist das keine Schande. Der Mann, nach dem in Wien noch zu Lebzeiten eine Gasse benannt wurde, ist auch in seiner Heimat in Vergessenheit geraten. Trotzdem hat Thomas Köck die historische Figur jetzt schon zum zweiten Mal zum Titelhelden eines Stücks gemacht. Kudlich war jüngster...
