Festival: Anarchische Subversion

Das Festival Karussell im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau in Dresden

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Es ist eine eigentümliche Form der Schmerz-Kompensation, die die Kondratovs in Yury Mamleevs Erzählung «Der Bräutigam» betreiben: Das Ehepaar hat bei einem Autounfall seine siebenjährige Tochter Nadja verloren – und «adoptiert» zur Verlustbewältigung den Unfallverursacher, einen verhaltensgestörten Mann namens Wanja, der sich dann prompt und schamfrei in der Familie ausbreitet.

Die Musiktheater-Inszenierung «Prosa», die der Regisseur und Komponist Vladimir Rannev daraus gemacht hat, kann in puncto Außergewöhnlichkeit locker mit dieser Story mithalten: Das um Motive aus der Tschechow-Erzählung «Die Steppe» ergänzte Geschehen ereignet sich in einer komplex verspiegelten Bühnenbox, wo die Sängerinnen nicht nur an den physikalisch unmöglichsten Stellen auftauchen, sondern wo vor allem permanent ein Comic-Video der Künstlerin Marina Alexeeva läuft, in dem sich Sowjet-Optik, Pop Art, Zeichnungen im Kinderbuch-Krakel-Stil und hyperrealistische Werbe­ästhetik erhellend die Hand reichen.

Programmatischer als dieser produktiv überfordernde und im Sekundentakt Bedeutungsüberschüsse produzierende Overkill an Zeichen, Symbolen und Resonanzräumen vom Moskauer Elektroteatr Stanislawski hätte der ...

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Theater heute März 2020
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Christine Wahl

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Daten (3/2020)

Aachen, Das Da Theater
12. Dupont und Hirtz, Auf und davon (U)

R. Maren Dupont

Aachen, Grenzlandtheater
4. Simon, Barfuß im Park

R. Stefan Herrmann

Aachen, Theater
5. Maja Zade, Status Quo

R. Sylvia Sobottka

7. Schiller, Die Jungfrau von Orléans
R. Sarah Klöfer

13. nach Wallace, Kurze Interviews mit fiesen Männern
R. Tanja Krone 

Altenburg Gera, THeater
27. Zeller,...

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