Fels und Baumskelett
Zwei junge Männer lagern auf einer Matratze. Starren und schweigen den Bühnenhimmel an, und von dort oben glotzt zurück das Nirgendwo, das den in Sinnfragen mutwillig unbehausten Helden Meursault in Albert Camus’ Kurzroman «Der Fremde» erst umhüllt, und dann genüsslich erdrosselt. Zwei junge Männer also, und da springt der eine auf, feixt und flucht, ein Dutzend Worte, lacht und legt sich wieder flach. Nun der andere. Singt, tänzelt, schnippt. Faxen, wie man sie vor ein paar Jahren von jedem jungen Mann in einem anständigen Theater erwartet hätte.
Hier, in einer Camus-Inszenierung des Basler Regisseurs Werner Düggelin, der sich zu den Camus-Pionieren des deutschsprachigen Theaters rechnen darf, sind diese Flausen ein prologischer Abschied vom ohnehin verblichenen Poptheater der Jahrtausendwende. Was nun kommt und zählt, ist der Text. Und nicht viel mehr als der Text.
Düggelin hat zwei junge Schauspieler auf Camus angesetzt. Jan Bluthardt und Sandro Tajouri. Und er hat sie szenisch an die Kette gelegt. Sie sind Meursault, ergänzen sich bruchlos zu einer Figur, vor allem aber sind sie zwei Stimmen aus einem Tagebuch, reduziert bis zur Rezitation. Sandro Tajouri spielt den Vorleser, ...
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Wir befinden uns auf Seite 221 und damit im letzten Drittel...
