Familie und Gewalt
Guten Abend, willkommen, der Herbst: Rentrée!, wir springen gleich rein, head on, ins Thema: Familie und Gewalt
I THEMA
BARACKE, Familie und Gewalt, das ist das zentrale Thema dieses Stücks, ganz simpel und klar. Es zieht mich immer hin zu großen, einfachen Themen, die etwas Banales, fast Archaisches haben, RAVE: das Feiern, IRRE: der Wahnsinn, ABFALL für alle: das Ich, JOHANN HOLTROP: Geld und Macht, und hier also BARACKE: Familie und Gewalt.
Es ist meine, mir seltsam selbstverständliche, Urintuition, daß diese beiden Dinge zusammengehören, Familie und Gewalt, obwohl ich natürlich weiß, daß andere bei Familie an ganz andere Dinge denken, aber an welche eigentlich genau, etwa an Glück? Nein: die Nähe der Körper, der geschlossene Raum, die Sexualität, der hohe Druck, die lange Dauer der Tage, der Jahre, nicht zuletzt auch die von den Genen mitbewirkte Übernähe der Charaktere: das ist das fundamental explosive Setting der Familie, das sich fast normalfallhaft in gewalttätigen Ausbrüchen entlädt.
So weit, so banal; das andere ist komplizierter. Es ist ein ungenaues, zugleich absurd evidentes Gefühl, das mich zu Beginn der Nullerjahre so massiv und unverstehbar beherrschte, daß ich ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Das Stück, Seite 26
von Rainald Goetz
Das schwindelerregende Verhältnis von Kunst und Terror hat schon vor gut zwanzig Jahren die Volksbühne auf einem sehr dünnen Seil tanzen lassen. Im Nachgang von 9/11 griff Dramaturg Carl Hegemann das Diktum des Komponisten Karlheinz Stockhausen auf, der den Al-Qaida-Angriff als «größtes Kunstwerk aller Zeiten» gepriesen hatte, dachte gemeinsam mit dem...
»Ich bin der Haß«
SOHN
DIE LIEBENDEN
BEA
RAMIN
DAHEIM
VATER
MUTTER
KIND
SOHN
TOCHTER
STIMMEN UND GESICHTER
Nachtleben Berlin; Bohème Krölpa: Uwe, Freya, Frau von Loewen, Gerry, Marc; Großfamilie München; Familie abends Dresden; Jahre, Jahre
JETZT
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Prolog
I Party
II Liebe
III Freunde
IV Familie
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ORT Deutschland
ZEIT Im Herbst
PROLOG
Schläge Schreie Rufe
...
Dass es Rieke Süßkow (nach ihrem Wiener Überraschungserfolg mit Peter Handkes «Zwiegespräch») nun auch in Nürnberg gelang, selbst einen Werner Schwab so umzukrempeln, dass man ihn beinahe nicht wiedererkennt, grenzt an ein Wunder. Die gallig ordinäre Wirtshausposse, in der sich ein paar durchgeknallte Stammgäste Beleidigungen und Geschlechtsorgane um die Ohren...
