Ahnungen von Glück
Dass es Rieke Süßkow (nach ihrem Wiener Überraschungserfolg mit Peter Handkes «Zwiegespräch») nun auch in Nürnberg gelang, selbst einen Werner Schwab so umzukrempeln, dass man ihn beinahe nicht wiedererkennt, grenzt an ein Wunder. Die gallig ordinäre Wirtshausposse, in der sich ein paar durchgeknallte Stammgäste Beleidigungen und Geschlechtsorgane um die Ohren hauen, hat Süßkow radikal aus ihrer versifften Realität gehievt und in eine comicbunte, kunstvoll überhöhte Fantasiewelt versetzt.
Die Figuren mit so sprechenden Namen wie Schweindi oder Fotzi stehen aufgereiht wie beim Prater-Ringelspiel nebeneinander und sondern ihren punkigen Sprachmüll im Takt von abgehackten Marionetten-Bewegungen ab. Man sieht nur einen breiten flachen Ausschnitt dieser Unterwelt der Ausgestoßenen (Bühne Mirjam Stängl), die zackig ihre Arme heben, federnd rückwärts in den Abgrund stürzen, die sich abwatschen und ununterscheidbar hinter Sado-Maso-Masken ihre Gesichter und also alle wahren Gefühle verstecken.
Das geht im perfekten Rhythmus quer durch die schrägsten Obsessionen, da wird mit Worten und Fäusten zugeschlagen, da fliegt das Dirndl hoch und der Unterleib wird als Ware feilgeboten. Die ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Bernd Noack
Schafe, alles Schafe», denkt Peter Bender oft in einer Art aufgebrachtem Mitleid, wenn er im Worms der 1920er Jahre die anderen Menschen an sich vorbeieilen sieht. Ihnen allen, diesen bedauernswerten Geschöpfen, fehlt nicht nur jede tiefere Einsicht in die Materie, sondern sie unternehmen auch keinerlei Anstrengung, zu selbiger zu gelangen! Für die träge...
»Ich bin der Haß«
SOHN
DIE LIEBENDEN
BEA
RAMIN
DAHEIM
VATER
MUTTER
KIND
SOHN
TOCHTER
STIMMEN UND GESICHTER
Nachtleben Berlin; Bohème Krölpa: Uwe, Freya, Frau von Loewen, Gerry, Marc; Großfamilie München; Familie abends Dresden; Jahre, Jahre
JETZT
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Prolog
I Party
II Liebe
III Freunde
IV Familie
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ORT Deutschland
ZEIT Im Herbst
PROLOG
Schläge Schreie Rufe
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Im Frühjahr 1958 unterlief dem Suhrkamp-Cheflektor Walter Boenisch ein historisches Fehlurteil. «Wir erlauben uns, Ihnen Ihre Gedichte wieder zurückzuschicken, da wir uns außer Stande sehen, in diesen puren Wortspielereien einen lyrischen Gehalt zu entdecken», schrieb er. «Man kann vieles als Gedicht bezeichnen, diese Stücke aber nicht.» Werch ein Illtum! Aber so...
