Explosionen, Implosionen
Großes Solo für Lilith: Sie, Lilith Stangenberg, ist Martha. Diese Martha ist jung, ungebunden, arbeitet bei einem Plattenlabel, ihr Chef zieht andere vor, spätestens dann, als sie schwanger wird. Das ist das Problem, das Antje Schalls Drehbuch dieser Figur mitgibt: Martha ist schwanger, und zwar aus einer Beziehung mit einem verheirateten Mann, Sebastian (Samuel Schneider), der Deal war von Anfang an klar, er wird seine Frau nicht verlassen. Und so beschließt Martha, das Kind gleich nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Das ist einfacher, als sie denkt.
Und dann wird alles doch sehr kompliziert.
Lilith Stangenberg nimmt sich diese Figur und ihr Problem, sie wirft sich in sie hinein, rennt mit ihr durch Berlin-Mitte, flippert von einer zur anderen Nebenfigur, denn mehr als Nebenfiguren können die anderen nicht sein in einem Film, in dem in jeder Szene nur eine einzige dominiert. Da ist die beste Freundin Fiona (Susana AbdulMajid), die alles versteht, aber die Idee mit der Adoption nicht. Die Mutter, eine empathiefreie Egozentrikerin, von Jeanette Hain im etwas verzweifelten Versuch, der Stangenberg-Energie etwas entgegenzusetzen, bis zur Karikatur überzogen. Der ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Ekkehard Knörer
In eigener Sache
Bezugspreise 2025
Zum 1. Januar 2025 ändern sich alle Print-Abonnementpreise und die Einzelheftpreise für unsere Leserinnen und Leser. Der neue Jahresbezugspreis beträgt 242,00 Euro. Einzelhefte kosten künftig 19,50 Euro, das Jahrbuch 2025 wird für 38,50 Euro erhältlich sein. In allen Preisen ist die Mehrwertsteuer enthalten. Weitere Informationen...
216 Millionen Menschen werden durch den Klimawandel laut einer Weltbank-Statistik von 2021 zur Flucht gezwungen werden. Kaum ernsthaft vorstellbar ist es, sie durch Grenzkontrollen, Zäune, Mauern oder Frontex-Boote aufhalten zu können – so die Grundannahme von Volker Löschs und Lothar Kittsteins neuester Bonner Arbeit «216 Millionen», die vor dem politischen Getöse...
Prolog inklusive, sind 77 Stückchen Welt und Wahn zu entdecken im schriftstellerischen Debüt von Veit Sprenger, der 1997 das Per -formance-Kollektiv «Showcase Beat Le Mot» mitbegründet hat und bis heute unterwegs ist mit dem Ensemble. 77 tatsächliche Welten sind versammelt, weil Sprengers Kurz- und Kürzest-Geschichten durchweg in irgendeiner Art von Realität...
