«Es gibt keine Rückkehr zur Normalität»
Anja Quickert Wir befinden uns mitten im zweiten Lockdown. Wie sieht Ihr Alltag im Ausnahmezustand aus, Alexander?
Alexander Karschnia Meiner Familie geht es so weit gut. Der zweite Lockdown ist ja softer als der erste. Im Frühjahr hatten wir das volle Programm mit Homeschooling und Homeoffice. Das war hart – und meine achtjährige Tochter hat mir als Lehrer schlechte Noten ausgestellt: Ich sei viel zu ungeduldig, meint sie. Unser sechsjähriger Sohn wurde erst vor einigen Wochen eingeschult.
Wir können nur hoffen, dass der Unterricht stattfinden kann, bis er zumindest die Grundlagen des Lesens gelernt hat. Seine Lehrerin hat uns mithilfe eines kubistischen Kunstwerks verdeutlicht, wie groß die intellektuelle Herausforderung ist, Buchstaben zu lernen. Ohne spezielle didaktische Ausbildung kann man das gar nicht vermitteln.
AQ Welche Corona-bedingten Veränderungen erleben Sie als besonders gravierend?
Karschnia Wir sind eigentlich ein sehr offenes Haus: Bei uns gibt es keine verschlossenen Türen. Deshalb sind viele gern bei uns und den Kindern. Das zu regulieren, die Kontakte einzuschränken, ist wirklich nicht einfach. Außerdem habe ich Sorge, dass wir langsam alle zu Covidioten ...
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Theater heute Januar 2021
Rubrik: Parkbank-Gespräche, Seite 24
von
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Schon seine erste große Berliner Inszenierung war eine Entdeckung – in doppelter Hinsicht. Fred Berndt, der langjährige Bühnenbildner und ehemalige Assistent von Karl-Ernst Herrmann, inszenierte 1982 an der Schaubühne am Lehniner Platz Eduardo de Filippos «Die Kunst der Komödie». Damit etablierte sich Fred Berndt als Regisseur und zugleich de Filippo in den...
Weil im Theater das Handy aus ist.
Weil ich andere atmen höre.
Weil wir den Atem gemeinsam anhalten.
Weil wir zusammen still sind.
Weil wir zusammen Hormone ausschütten.
Weil man sich leichter in Menschen verliebt, mit denen man Hormone ausgeschüttet hat.
Weil ich im Theater über etwas weinen kann, das mit mir nichts zu tun hat.
Weil ich im Theater nicht einsam...
