Endstation Familie
Als Jon Fosse im Vorjahr der Literaturnobelpreis verliehen wurde, hatte er das Stückeschreiben längst eingestellt und sich weitgehend der Romanproduktion zugewendet. Zu seiner Theater-Hochzeit aber, zwischen 2000 und 2010, wurden allein im deutschsprachigen Raum nicht weniger als 19 Fosse-Dramen erstaufgeführt, insgesamt umfasst seine Werkliste mehr als 30 Stücke. Die meisten sind wortkarge, rätselhafte, reduzierte Familiendramen, weshalb der Norweger mit Ibsen ebenso gern verglichen wird wie mit Beckett.
Das erste auf Deutsch gespielte Fosse-Stück war «Der Name».
Thomas Ostermeiers Inszenierung, eine Koproduktion der Schaubühne mit den Salzburger Festspielen, hatte im Sommer 2000 Premiere. Die Handlung ist schnell erzählt: Eine hochschwangere junge Frau zieht mit dem Kindsvater in ihr Elternhaus am Fjord und findet dort abweisende Eltern und eine nervige kleine Schwester («Wie dick du geworden bist») vor; am Ende verlässt der Kindsvater das ungastliche Haus.
Ostermeier, der damals gerade die Co-Leitung der Schaubühne übernommen hatte, brachte das Stück minuziös realistisch auf die Bühne, was aber nicht so recht funktionieren wollte. Die Inszenierung sei «von der Wirklichkeit in ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Wolfgang Kralicek
WWW.ARDMEDIATHEK.DE
bis Januar 2025, Ein Mann seiner Klasse
Fernsehfilm, Deutschland 2024, Regie Marc Brummund Nach dem autobiografischen Roman von Christian Baron erzählt der Film über seine von Armut und Ungleichheit geprägte Jugend in Kaiserslautern.
WWW.ARTE.TV
bis 2027., Ein Volksbürger. Politische Farce mit Fabian Hinrichs
Aufzeichnung der Inszenierung von...
Einfach nur «glücklich und bedeutsam sein», meint Sie. Darauf Er: «Das wollen wir alle.» Allerdings. Aber die hehren Wünsche fügen sich nicht so einfach in zwei Zimmer auf 50 Quadratmetern «mit Klicklaminat und Linoleum -boden in der Küche, und jeder Schritt macht so ein schreckliches Plastikgeräusch». Damit ist bei Weitem noch nicht das ganze Problemfeld...
Auf der Bühne stehen drei Plastikkinderstühle, die hölzernen Zuschauerbänke ringsum sind so hoch, dass auch ausgewachsene Menschen mit den Beinen baumeln müssen. Kinderperspektive. Ralph Tharayil beschreibt in seinem Romandebüt «Nimm die Alpen weg» eine Kindheit in der Schweizer Provinz mit südindischen Eltern. Derzeit ist Tharayil Hausautor bei den Bühnen Bern....
