Rücken an Rücken
Vertrauen und Ausdauer braucht es, um in dieses Buch hineinzufinden. Denn es beginnt, gelinde gesagt, im Chaos. Da sind ein «ich» und ein «du», Erinnerungen an random rangezoomte Orte wie Johanngeorgenstadt im Erzgebirge oder Gjirokastër (Städtchen in Süd-Albanien, nicht der letzte Name, den ich gegoogelt habe), die wiederum Kindheiten im Ruhrgebiet wachrufen. Schon auf den ersten Seiten wimmelt es von Namen, Jahreszahlen, Zitaten, von allgemein Wissenswertem neben Hypersub -jektivem.
Viele Sätze beschreiben Konkretes, doch das Konkrete bezieht sich nicht unbedingt logisch aufeinander. Nichts wird erklärt, auch nicht, ob «ich» und «du» Enis Maci und Pascal Richmann sind, die dieses Buch zusammen geschrieben haben – und darüber hinaus ein Paar sind.
Doch nach und nach werden ein paar Strohhalme ausgeworfen, an die sich die Leserin klammern kann. Da ist zum Beispiel Pando, der dem Roman seinen Titel gibt: ein Wald in Utah, der zugleich «das schwerste und größte und älteste Lebewesen der Welt» ist, denn seine 47.000 Espenstämme sind Teile eines einzigen, durch ein 43 Hektar großes Rhizom verbundenen Organismus. «Sie sind identisch, auch wenn sie andere sind. Und wenn einer fällt, ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 36
von Eva Behrendt
Theater heute Über der Berliner Kultur- und Theaterszene hängt seit Mitte des Jahres die dunkle Wolke massiver Etatkürzungen, wobei sich die regierende CDU/SPD-Koalition und vor allem Kultursenator Joe Chialo eher in diffusen Andeutungen ergehen. Nur noch einmal zum Stand der Information Mitte November: Was an konkreten Kürzungen ist den Berliner Theatern, darunter...
Nino hat einen Traum. Gut, er hatte schon viele Träume, der vorletzte hat ihn in einen Zweiradschrauber verwandelt. Irgendwann davor dürfte er vom ewigen Glück mit Erik geträumt haben, seinem vernunftgesteuerten Lebenspartner, zu dem Nino lange aufrichtig aufgeschaut hat. Länger als gut war. Jetzt jedenfalls steht Nino in diesem abgerockten Wirtshaus, glüht vor...
Hallo», heißt es oft zu Beginn der Aufführungen des Regisseurs Christopher Rüping von der Bühne ins Publikum, und ein Gespräch wie auf Augenhöhe scheint im Hier und Jetzt anzuheben, welches das Publikum erst nach und nach als kunstvoll um es herum gewobenen, geschickt an es adressierten und seine Einbeziehung nicht nur suggerierenden, sondern sanft erzwingenden...
