Bremen Theater, Kleines Haus: Sterntaler
Der Eisbär hat keine Zukunft. Das Überleben des weltgrößten Landraubtiers ist akut gefährdet, weil die Klimakatastrophe das arktische Eis schmelzen lässt, was dem Tier den Zugang zu seinen Jagdgründen verwehrt. Der Eisbär wird also aus seinem Habitat vertrieben, und wo er stattdessen unterkommen soll, ist noch nicht ausgemacht. Er wird schon was finden. Oder auch nicht.
Resi (Karin Enzler) trägt ein Eisbärenkostüm.
Die Schriftstellerin hat über ihre langjährigen Freunde geschrieben, Freunde, die zu Geld gekommen sind und jetzt in einem hübschen Wohnprojekt im Eigentum leben. Resi nicht, die wohnt in der Altbauwohnung eines dieser Freunde, und nachdem der gelesen hat, was sie so über ihn und seinesgleichen schreibt, kündigt er ihr den Mietvertrag. Und Resi fühlt sich wie der Eisbär, der kein Zuhause mehr hat. Vielleicht kommt sie ja im Randbezirk unter. Wenn nicht, dann ist es auch egal.
Anke Stellings Roman «Schäfchen im Trockenen» ist einerseits eine böse «Bei Geld hört die Freundschaft auf»-Geschichte, andererseits die genaue Analyse gesellschaftlicher Verwerfungen in der Bundesrepublik der Gegenwart: Stelling hat eine Art Anti-Bourdieu geschrieben. Kulturelles Kapital, wie es ...
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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Falk Schreiber
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