Einzelkämpferinnen an zwei Fronten

Warum ist im Theater der Gleichstand von Männern und Frauen in den Leitungsfunktionen noch immer nicht erreicht? Liegt es an der Sparte? Ist es naturwüchsig? Oder braucht man doch die Quote? Ein Gespräch unter Frauen und Müttern: Amélie Niermeyer, Intendantin in Düsseldorf, Friederike Heller, Regisseurin, Ilia Papatheodorou, Performancekünstlerin, und Kathrin Röggla, Autorin

Theater heuteFangen wir mit den Zahlen an: Von 124 Intendanten in Deutschland sind 19 Frauen, das entspricht 15,32 Prozent. 29 Prozent der Regisseure sind Frauen, nur beim Mittel- und Unterbau ist der statis­tische Gleichstand erreicht: 48,5 Prozent der Dramaturgen sind weiblich und 50,6 Prozent der Regie-Assistenz. Guckt man auf eine längere Strecke, nämlich auf 46 Jahre Theatertreffen, kommt man auf Zahlen, die zeigen, wie langsam der Prozess ist. Denn von den 472 zum TT eingeladenen Inszenierungen von 1964 bis 2010 waren ganze 34 von Frauen inszeniert, und die erste Frau kam erst 1980.

Aber auch in den letzten 10 Jahren waren es nicht mehr als elf von 100 eingeladenen Inszenierungen, die von Regisseurinnen stammten. So viel zur Zahlenlage, die von größerer Durchlässigkeit, aber noch kei­neswegs von Gleichstand spricht. Die hier am Tisch versammelten Theaterfrauen sind in den 60er und 70er Jahren geboren. Hat es für Ihre Berufsbiografie irgendeine Rolle gespielt, dass Sie Frauen sind?
Ilia PapatheodorouWir sind ja ein Frauenkollektiv, seit 1998, das jetzt auch eine männliche Schwester hat, Sebastian Bark. Was unsere Identität nur kurz gestört hat, dann haben wir ihn vereinnahmt. ...

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Theater heute März 2011
Rubrik: Frauen im Theater, Seite 6
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