Ein postkolonialer Kampf
Was darf die Kunst? Alles! Weil sie ein Privileg ist.
Freiheit braucht Kunst. In der deutschen Gesellschaft kommt Kunst unter anderem die Aufgabe zu, kritisch zu sein. Und Gesellschaftskritik soll in einem demokratischen Gemeinwesen gefahrlos möglich sein: Nach Artikel 5 des Grundgesetzes – «Eine Zensur findet nicht statt» – ist staatliche Vorzensur untersagt.
Kunst braucht Freiheit. Dieser produktive und notwendige Freiraum der Kunst findet auf der Ebene des Rechts, in den Menschenrechten und den davon abgeleiteten Persönlichkeitsrechten seine Begrenzungen.
Das Strafgesetzbuch sieht Sanktionen insbesondere in Fällen vor, bei denen Gruppen oder Einzelne «böswillig verächtlich gemacht werden», «Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen beschimpft» werden.
In Deutschland gibt es eine erprobte juristische Praxis, Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechte gegeneinander abzuwägen; die rechtliche Begrenzung der Freiheit der Kunst ist trotz regelmäßiger medialer Aufreger relativ stabil. Und auch die Notwendigkeit der rechtlichen Sanktionierung ist unstrittig. Beschimpfungen von Weltanschauungsgemeinschaften, Diffamierungen, Angriffe auf die Menschenwürde finden ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 54
von Wagner Carvalho
Nachdem Mark Hayhurst seinen BBC-Film über Robespierre und den Terror der Französischen Revolution beendet hatte, war er auf der Suche nach einem neuen historischen Stoff. Schon immer wollte er einen Film über Antifaschismus in Deutschland drehen. Martin Davidson, der BBC-Beauftragte für Geschichte, kam ihm zu Hilfe und machte ihn auf den Fall des Hans Litten und...
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Die Welt, wie wir sie kennen, wird eines Tages zugrunde gehen. Wir verdrängen das dauernd, sonst könnten wir keinen Tag überstehen. Aber wahrscheinlich faszinieren und verstören uns deshalb apokalyptische Szenarien so sehr: Endzeitparabeln tauchen in Theater, Literatur und Film in den letzten Krisenjahren häufiger auf, apokalyptische Reiter in unruhiger Zeit. Sie...
