Ein lauter, galliger Witz
Die Anforderungen sind durchaus abschreckend. Ein Master-Studienabschluss sei für eine diplomatische Karriere Pflicht, singt Anne Tismer. Außerdem perfekte Kenntnisse in Französisch und Englisch. Die Bereitschaft, alle drei Jahre umzuziehen. Und so weiter, puh. Tismer singt, Gotta Depri trommelt. Und dann grinst er: Den ganzen Text habe sie ja wohl fleißig auf Wikipedia zusammengeklaubt. Es ist gar nicht so einfach, mit der postkolonialen Position; wenn man da nicht absolut sorgfältig vorgeht, steht man schnell als Blender da.
«Der Botschafter» ist zunächst ein typisches Stück des gleichzeitig zwischen Europa und Westafrika wie zwischen Tanz, Musik und Theater wandelnden Regieduos Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen: Ein multiethnisches Ensemble versucht, mittels einer eklektizistischen Popkultur-Performance-Politik-Mischung soziale Gemengelagen der jüngeren westafrikanischen Geschichte zu durchleuchten. Im Gegensatz zu früheren Arbeiten wie «Mobuto choreografiert» (2013) und «Identitäten dehnen» (2014) folgt «Der Botschafter» allerdings einer recht klaren narrativen Struktur: Erzählt wird, wie der deutsche Diplomat Ritter während der 90er Jahre in verschiedenen ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Falk Schreiber
Ort
Eine geräumige Wohnung an der Upper East Side in New York.
Zeit
2011 bis 2012.
Die ersten beiden Szenen spielen im Spätsommer 2011.
Die dritte Szene spielt drei Monate später im Herbst.
Die vierte Szene spielt sechs Monate später im Frühling.
Das Stück sollte ohne Pause gespielt werden
SZENE EINS
Licht.
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