DVD: In der Grauzone
Der schmutzig kleine Bruder der auch schon nicht sehr glamourösen Möbelpackerbranche ist die Zwangsräumung. Zusammen mit einem Trupp ähnlich grauer Gestalten ist Walter Scholl in diesem Job gelandet, der sich, wie David Nawraths Debütfilm «Atlas» bald schon zeigt, seinerseits meist in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Denn hinter jeder Entmietung steckt ein finanzielles Interesse, hier in Frankfurt/Main auch das eines arabischen Clans, der Scholls Chef (Uwe Preuß) immer heftiger unter Druck setzt.
Es ist eine fast schon zu fahle, unwirtliche Männerwelt, die Nawrath am Beispiel von Walter porträtiert. Karge Wohnungen, triste Umkleiden, alleinstehende Kerle, für die die hanteltrainierte Muskelkraft das Einzige ist, worauf sie sich verlassen können. Wobei Walter, dem sein Alter und die Dauerbelastung zusetzen, auch diese Sicherheit zu verlieren droht. Bei einem Einsatz begegnet er seinem Sohn Jan, zu dem er schon, als der noch Kind war, den Kontakt abbrechen musste. Jetzt lebt Jan, der ihn gar nicht erkennt, den Gegenentwurf: ein Kleinfamilienidyll zwischen Bücherregalen im Altbau, das allerdings durch die Zwangsäumung vor dem Aus steht. Walter, der bisher stoisch alle ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Eva Behrendt
Aalen, Theater der Stadt
13. Hippe, Bam! Ich bin glücklich!
R. Winfried Tobias
19. Garofalo, Warte nicht auf den Marlboro Man
R. Jonathan Giele
Altenburg Gera, THeater
11. Idle und Du Prez, Monty Python’s Spamalot
R. Manuel Kressin
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Sayer, Shields und Lewis, Wird schon schiefgehen
R. Matthias Nagatis
Augsburg, Theater
3. Berg,...
«Ich habe dieses Buch schneller als irgendein anderes geschrieben: & es ist ein einziger Witz; & doch heiter & schnell lesbar, glaube ich; Ferien eines Schriftstellers», schrieb Virginia Woolf im März 1928 in ihr Tagebuch, kurz nachdem sie «Orlando» beendet hatte. Ein einziger Witz – diese Formulierung könnte auch Katie Mitchell in ihrer Inszenierung an der...
Eine Notaufnahme für fünf Stimmen und eine
Take all from me / I just wanna be the girl you like
Beyoncé
Liebe ist Krieg
Mazlum Nergiz
If patriarchal masculinity estranges men from their selfhood,
it is equally true that women who embrace patriarchal femininity –
the insistence that females should act as though they are...
